barnetta
Fixkosten hat doch jede Branche, egal was Sie verkauft. Sicher ist das Handling bei online Bekleidungsgeschäften höher, dazu ist die Modebranche stark saisonal/Trend abhänging, was zu den Dumpingpreisen im Ausverkauf führt.
Die Margen bei den Bekleidungen sind teilwiese so unverschämt hoch, weil die Herstellungskosten schlicht extrem niedrig sind. Das meiste kommt aus Billiglohnländern, sozusagen moderne Sklaverei.
Dann müssten ja Modeketten wie H&M mehr Gewinn machen als BP oder Aral. Auch die haben ihre Kosten natürlich. Was sind denn z.B. 200% Marge schon? Wenn ich was für 3 Euro einkauf und 9 Euro verkauf. Das passiert im Internet auch teilweise. Schau dir doch mal die Gebühren von Amazon an. Die verlangen schon 17% Gebühren vom Umsatz. 17% von 9 Euro sind 1,53 Euro. Von den 6 Euro Marge, die du hier angibst, bleiben dann mittendrinnen nur noch 4,47 Euro übrig.
Wenn wir wirklich konkret sein wollen, rechnen wir halt die Fixkosten auf den Stückpreis mit um. Heizkosten z.B. auch, Stromkosten etc. pp.
Eine Marge von 100% oder 200% ist doch für billigartikel keine Seltenheit oO. Und das hat nicht nur was mit den Preisen zu tun. Wenn ich ein Autohaus habe, und das Auto mich 30.000 Euro im Einkauf kostet und ich es um 35.000 Euro verkauf, ist es logisch, dass ich keine 100% Marge brauche. Wenn ich aber Dinge für 1 oder 2 Euro verkaufe, ist eine gewisse Marge schon nötig.
Du hast relativ wenig Ahnung vom Online-Business, oder? Zumindestens sieht es nicht gerade nach tiefgründigem Fachwissen aus in der Branche.
Nur mal zur Anfrage: Wo soll er denn die günstigen Preise für seine Spiele herbekommen? Wenn er es "Hobbymäßig" macht? Das Spiel muss im Internet im Endeffekt GÜNSTIGER zum Erwerben sein, als beim Laden. Sonst kann man es ja auch gleich beim Laden kaufen. Um den selben Preis wie im Laden hinzubekommen, muss ich schon mal 4,10 Euro versandkosten bei Hermes mit beachten. Dazu noch Verpackungsmaterial - Kartons z.B. Luftpolsterfolie, Noppenfolie. Muss ja gescheit verpackt sein, denn so wie Pakete herumgeschleudert werden, geht da auch ganz schnell was kaputt. Kaputte Ware macht sich beim Kunden nicht gut. Da geht der Paketpreis schon gern mal auf 5 Euro hoch.
Bei einem Spiel, das im Laden 30 Euro kostet, musst du auf jeden Fall schonmal um 25 Euro einkaufen, damit du mit 0 Euro ausgehst. Wenn du 2 Euro gewinn machen willst, brauchst du 7 Euro Rabatt von 30 Euro. Das sind fast 25% Rabatt. Und da haben wir Verkaufsgebüren bei Amazon noch nicht mitgerechnet, keine PayPal-Überweisung, keine Bankgebühren, keine Umsatzsteuer, keine Kosten für Steuerberater/Finanzbuchhaltung und keine Gewerbesteuer. Da haben wir noch GAR nichts mit eingerechnet. Mit diesen 2 Euro Gewinn oder 25 Prozent Rabatt zahlst du im Endeffekt noch drauf oder machst dir Arbeit für etwas, wo du definitiv nicht besser als +/-0 ausgehst.
Wenn du also bessere Konditionen bekommen willst, musst du über die MENGE einkaufen. Über die Menge einkaufen kann man nur, wenn man Lieferbedingungen abschließt, meist über mehrere Jahre - 5 Jarhesverträge sind gar nicht so selten. Damit verpflichtest du dich, das zu kaufen. Des Weitern kann man auch nur Menge mit guten Konditionen einkaufen, wenn man auch Geld hat. Zahlungsbedingungen sind halt meistens 14 Tage, selten 1 Monat.
Anders kommt man aber meistens nicht an ein Unternehmen, wenn man sich nicht verschuldet. -.-
Ein bestehendes Unternehmen zu kaufen, kostet meist mehrere hunderttausende Euro. Ein Unternehmen zu Eröffnen, ist auch nicht gerade leicht. Schonmal versucht, einen Friseursalon zu eröffnen? Nur mal als Beispiel, weil ich mich hier ein wenig mehr auskenne. Weißt du, was eine halbwegs normale Salonausstattung kostet bei Ausstattern? 30.000 oder 40.000 Euro sind da schneller weg, wie du schaust. Und dann haben wir weder Ware, noch sonstige Ausrüstung wie Scheren, Maschinen, Beleuchtung o.ä. gekauft. Kein Personal eingestellt. Keine Werbung gefahren. Nichts.
Wie das in der Schweiz ist, weiß ich nicht. Bei uns wirst du bei H&M oder an der Tankstelle keinen Kreditkartenaufschlag bezahlen. Das ist natürlich mit umgerechnet und im Preis drinnen, das ändert aber davon nichts, dass es bei Konzernen wie H&M von der Marge auch noch weggeht, die du hier mit 300% ordentlich bezifferst. Dazu muss man sich halt auch erstmal fragen, wie das zustande kommt. Eine Marge mit 200% heißt, ich hab bei 9 Euro 6 Euro Gewinn, weil ich 3 Euro Wareneinkauf hab. Insgesamt also 2/3 Gewinn am Produkt. Davon gehen aber dann - wie gesagt - noch weitere Kosten weg. Bei H&M z.b. die Miete, Personalkosten, Stromkosten, Heizkosten - die Kosten für dein Kreditkartenunternehmen z.B. - Steuerberater bzw. Finanzbuchhaltung, Umsatzsteuer nicht zu vergessen (hier bei uns 19%).
Rechne ich jetzt mit 300% Marge, muss ich das, was ich um 3 Euro eingekauft hab, dann halt um 12 Euro verkaufen. Rechnen wir das doch mal anhand eines Internetbeispiels:
Du kaufst etwas um 3 Euro ein, verkaufst es um 12 Euro. Davon gehen 19% Umsatzsteuer weg, vom Brutto-Betrag auf Amazon beispielsweise noch 17% Gebühren. was bleibt dann übrig?
Ohne Umsatzsteuer kostet das ganze dann noch 10,08 Euro. Die Amazongebühren wären dann beispielsweise 2,04 Euro. Dann sind wir bei 8,04 Euro. 3 Euro gehen Wareneinkauf weg, sind wir bei 5,04 Euro. Davon bekommst du 48 Cent Vorsteuer noch zurück, sind wir bei 5,52 Euro.
Da du Selbstständig bist und deine Buchhaltung normal nicht selbst machen kannst, brauchst du einen Steuerberater. Für den zahlst du abhängig von der Größe deines Unternehmens sagen wir einfach mal um die 200 Euro im Monat als relativ kleines Unternehmen noch, das kann man pro Tag umrechnen, nicht auf Stück, weil ich mein fiktives Beispiel jetzt nicht weiter ausführen will. Nehmen wir an, es sind deine 2-3 Bestellungen pro Tag, im Mittel also 2,5. Dann haben wir im Mittel 30 Tage pro Monat, macht also 6,66 Euro pro Tag, also 2,60 euro circa pro Stück. Dann bleiben dir noch 2,92 Euro unterm Strich übrig. Versandkosten mit den 4 Euro hab ich jetzt vernachlässigt, die bezahlt meistens der Käufer, das Verpackungsmaterial kann man noch mit 40-50 Cent berechnen pro Kiste, die du verschickst, dann sagen wir 2,42 Euro bleiben dir unterm Strich über von deinen anfänglichen 9 Euro Gewinnspanne oder auch Marge genannt (300% Marge).
Da kann ich dir jetzt den effektiven Gewinn angeben bei diesem Beispiel. Das wären OHNE Versandkosten gerechnet 20% Gewinn am Umsatz, mit Versandkosten gerechnet 15% Gewinn am Umsatz.
Natürlich kann man das. Aber deine Idee ist leider schlecht.