HardAndSoft
Das Recht ist nichts starres, sondern biegsam wie ein Gartenschlauch.
Vor vierzig Jahren noch war es in Deutschland strafbar, homosexuell zu handeln.
Vor sechzig Jahren war Kinderarbeit hier ganz normal.
Vor achtzig Jahren gab es die Todesstrafe.
Vor zweihundert Jahren verstand man unter Mord etwas ganz anderes als heute.
Dazu kommt noch, dass Dinge die hier ganz normal sind, in anderen Ländern mit drakonischen Strafen belegt sein können, und umgekehrt.
Es ist die Aufgabe der Parteien, das Recht weiter zu entwickeln. Und dazu gehört selbstverständlich auch das Urheberrecht.
Also: Das Argument "es ist gegen das (aktuelle) Recht" hat in einer politischen Diskussion nichts zu suchen.

Gesetz hat in der Demokratie etwas mit Gerechtigkeit zu tun und wenn jmd etwas kreiert nach dem Urheberrecht, dann hat er das recht dieses Werk zu schützen und damit Profit zu machen. Wir leben ja schließlich nicht im Kommunismus, wo alles jedem gehört.
Klar wäre es moralisch dann den Profit in Grenzen zu halten, aber das sind zwei unterschiedliche Dinge.
Und nur weil heutzutage jeder etwas macht, ist oder für etwas ist, ist es nicht automatisch eine gute Idee es zu legalisieren.
Daher zieht der Vergleich mit Kinderarbeit, Homosexualität, etc. nicht, denn auch, wenn die Abschaffung gut war, müssen wir nun nicht Verallgemeinern und sagen, dass wir alle Gesetze übern Haufen werfen, die nicht mit unseren persönlichen Auffassung zusammen passen.
Wenns danach gehen würde, würden einige, ich nenn sie mal Idioten, die Todesstrafe bei "Verdacht" auf Kindesmisshandlungs, die Betonung liegt auf Verdacht, so könnte man es jedenfalls denken, wenn man in den letzten Wochen die Medien verfolgt hatte, einführen.
Ich könnte diese Diskussion nun weiter spinnen, aber du verstehst hoffentlich teilweise, was ich damit ansprechen will.
Nur weil eine Masse etwas fordert, muss es nicht immer gut sein.