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  1. #1
    Nicoletta Nicoletta ist offline

    Schwarzbuch Leiharbeit

    Die IG Metall hat gerade ein Werk über Leiharbeit veröffentlicht. Dort werden die Arbeitsumstände einiger Leiharbeiter angeprangert, die z.B. Samstag arbeiten müssen, keinen Spind haben wie andere Kollegen etc pp. Von der Bezahlung ganz zu schweigen.

    Was mich aber - neben all diesen offensichtlich zutreffenden Vorwürfen – wundert ist: Warum werden seitens des Staates Firmen mit Subventionen belohnt (wie z.B. BMW und VW) , die Leiharbeiter nicht nur einsetzen um Auftragsspitzen abzufedern, sondern als strategisches Konzept benutzen um Personalkosten zu reduzieren? IG Metall (deswegen erwähne ich hier nur zwei Autobauer und nicht bspw. Gebäudereiniger etc. ) nennt als Beispiel das BMW Werk in Leipzig. Ein Werk das ohnehin schon vom EU und Staat gesponsert wurde übrigens. Seit Eröffnung 2005 sind dort gut 1/3 der Mitarbeiter Zeitarbeiter. Die oftmals propagierte „Einsteigschance“ wird angesichts der Zahlen der IG Metall als Farce entlarvt die nichts anderes als Lohndumping bedeutet.

    Was denkt der Rest?

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    Schwarzbuch Leiharbeit

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  3. #2
    ARRMATEY

    AW: Schwarzbuch Leiharbeit

    Ich schätze mal, der Staat hat Arbeitende lieber als Arbeitslose?
    Mal abgesehn von den finanziellen Nachteilen des Leiharbeiters, müssen jene auch im Arbeitsalltag zwischenmenschlich leiden. Die werkseigenen Mitarbeiter werden öfter bevorzugt behandelt, es entstehen keine guten kollegialen Verhältnisse. Leiharbeit kann man mit einem lachenden und weinenden Auge betrachten. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus (ich habe als Schüler so nebenher gejobbt) ist Leiharbeit reichlich beschissen in jeder Hinsicht (schließlich musste ich keine Familie ernähren)

  4. #3
    Der Schmied von Kochel Der Schmied von Kochel ist offline
    Avatar von Der Schmied von Kochel

    AW: Schwarzbuch Leiharbeit

    Das erinnert ein wenig an die momentane Schleckerdiskussion. Ja, die FDP hat Auffangfirmen verhindert und begründet das fälschlicherweise mit ihrer marktliberalen Ausrichtung anstatt der Wahrheit: zurück zu alten Werten damit es wieder bei der Wahl klappt. Bei genauerem Hinsehen haben sie hier aber genau das verhindert was @Sugar anprangert: Einmischung des Staates in die freie Wirtschaft, denn nichts anderes wäre das geworden. Gut ist es allemal, denn im gleichen Atemzug kann man mit 3,03 Mio Arbeitslosen Werbung machen, denn die Leiharbeiter (in diesem Fall 11,000 aufgefangene Schleckerarbeiter) tauchen ja glücklicherweise nicht in der Statistik auf.
    Den Firmen kannst du das nicht anlasten, die nutzen nur ihren Spielraum aus und wer noch an die Einstiegsoption glaubt, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

    Und wer bezahlt es am Ende? Die Schleckerdamen, welche übrigens durch ihre fachliche Kompetenz i.d.R. nicht gut aufgebaut sind für den freien Arbeitsmarkt. Wenn sich kein Mitbewerber der Filialen annimmt, dann sieht es böse für sie aus.

  5. #4
    Kackbratze33 Kackbratze33 ist offline
    Avatar von Kackbratze33
    Da in selber ein Leiharbeiter bin kann ich ein wenig mit Erfahrung Punkten.
    Ich arbeite für eine Firma die sich speziell auf Kraftfahrer konzentriert. Meine Firma zählt relativ gutes Geld, dennoch muss ich recht viel arbeiten um ein halbwegs vernünftiges Gehalt zu bekommen. Ich denke das man den Mindestlohn anheben sollte (allein schon wegen der Inflation), die Sprit Preise donnern in die Höhe und ich kann noch von Glück reden, dass ich a) in der nähe von Polen wohne und b) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine relativ gute Anbindung habe.

    In der Firma in der ich arbeite gehen die "Festangestellten" mit ca. 1000 Euro nach Hause (190 Stunden) der Rest der Belegschaft besteht nur aus Leiharbeitern.... Ich persönlich nutze diese Firma nur Erfahrungen zu sammeln, da ich nicht viel Erfahrung im Bereich Berufskraftfahrer habe, aber irgendwann schlägt auch mein Stunde,da ich weiß,was ich in der Lage bin zu schaffen.

    Fazit: es gibt leider Gottes viele Leihfirmen welche wirklich schlecht Zahlen und die Arbeitsbedingungen sind auch nicht immer die besten.

    ABER

    Hauptsache ich habe Arbeit und kann mein Lebensunterhalt ein wenig finanzieren.

  6. #5
    Nicoletta Nicoletta ist offline

    AW: Schwarzbuch Leiharbeit

    Zitat ARRMATEY Beitrag anzeigen
    Ich schätze mal, der Staat hat Arbeitende lieber als Arbeitslose?
    Staat ist vielleicht in dem gesamten Kontext nicht ganz richtig. Leiharbeit ist ja zunächst mal von den Leiharbeitern ein ganz besonderes Zeichen des Willens, nicht auf der faulen Haut zu liegen und sich alimentieren zu lassen. Zudem (oder zusätzlich) ist es eine Chance für Menschen mit geringen Berufschanchen, z.B. Ungelernte, den Einstieg in eine feste dauerhafte Anstellung zu bekommen. Aber meiner Meinung nach wurde in den letzten Jahen gerade diese Chance überhöht dargestellt, denn Leiharbeit ist tatsächlich zu einem dauerhaften Konzept geworden.

    Ich selbst bin hin und her gerissen zw. einer positiven und einer negativen Einstellung zur Leiharbeit. Zum Einen erkenne ich die fehlende Würde der Leiharbeit, d.H. die Anerkennung des Eigenwertes der leih-arbeitenden Person, zum Anderen aber sehe ich auch die Notwendigkeit am Arbeitsmarkt und die, wenn auch seltenen, Einstiegsmöglichkeiten. Nur (um es hart auszudrücken): Sollte derartige Prostitution akzeptabel im Ringen um eine Anstellung sein?



    Zitat Fleischfresse Beitrag anzeigen
    Einmischung des Staates in die freie Wirtschaft, denn nichts anderes wäre das geworden. Gut ist es allemal, denn im gleichen Atemzug kann man mit 3,03 Mio Arbeitslosen Werbung machen, denn die Leiharbeiter (in diesem Fall 11,000 aufgefangene Schleckerarbeiter) tauchen ja glücklicherweise nicht in der Statistik auf.
    Der Staat hat vielleicht gerade mal zu Beginn seiner Existenz die Finger vom Arbeitsmarkt gelassen. In Zeiten in denen OPEL gerettet werden soll(te), in der Abwrackprämien gezahlt werden nur um eine (!) Industrie zu rettenm , der dann später auch nich Milliarden an Subventionen gezahlt wird damit sie ihre ureigensten Aufgaben erfüllt.... und dann noch ganz besonders vom Leiharbeitergeschäft profitiert... Nun ja