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Thema: LUFTRAUSERS!

  1. #1
    Krankfried Krankfried ist offline

    LUFTRAUSERS!


    DON'T MESS WITH THE RAUSER

    Der Entwickler Vlambeer hat sich auf die Fahnen geheftet, die gute alte Ära der Arcade-Spielchen zurückzubringen und sich mit diversen Pixel-Schöpfungen bereits einen Namen gemacht. Das momentan jüngste Machwerk erblickte im März 2014 das Licht der Welt, es hört auf das Fantasiewort Luftrausers, offiziell vollkommen in Großbuchstaben. Der teutonische Anklang ist nicht umsonst, aber dazu später mehr.

    Das Prinzip ist relativ einfach und wird während des Tutorials auch ziemlich gut auf den Punkt gebracht: Aus einem beigen Ozean steigt ein U-Boot empor, auf dem Bildschirm wird "Press up to raus" eingeblendet. Tut man wie befohlen, startet ein Flugzeug aus dem Unterseeboot, welches sofort die Biege macht. Dieser Vogel hat es in sich - ein offenbar raketengetriebenes Vehikel mit einer Maschinenkanone und extremer Wendigkeit, wie Messerschmitts Komet. Die Steuerung hat man sehr leicht intus, da sie im Endeffekt nur aus Links, Rechts, Schub und Feuern besteht. Das Manövrieren gestaltet sich dennoch als unterhaltsam und mitunter anspruchsvoll, denn wenn man mal kurz vom Gas geht, bleibt der "Rauser" quasi in der Luft stehen und kann nun seine Kunstflugtauglichkeit voll ausspielen, um selbst den flinksten Feind auszutanzen, mit der Bordkanone richtig vorzuhalten und so viele Feinde wie möglich herunterzuholen, während man selbst deren Projektilen in charakteristischer Bullet Hell-Manier entgeht. Sollte letzterer Teil einmal nicht so funktionieren, wie man es sich vorstellt, lässt man einfach einmal kurz den Finger vom Abzug - und der Saft für die Bewaffnung geht in Reparaturmaßnahmen über.


    Jap, so funktionierts.

    Damit mit dem Standard-Rauser dennoch keine Langeweile aufkommt, kann man in einem Modulsystem Bewaffnung, Rumpf und Triebwerk auswechseln - nachdem man diese mit durch Erfüllung von Missionszielen verdienten Totenschädeln freigespielt hat, versteht sich. Ein schwer gepanzerter Laser-Rauser, der durch den Rückstoß einer Kanone angetrieben wird? Check. Ein Torpedo, der sich unbeschadet durch feindliche Schiffe frisst und gleichzeitig mit einer fulminanten Artillerie-Kanone ausgestattet ist? Jap. Ein mit Raketen, Bomben und für den Todesfall auch einer Atomwaffe ausgestatteter Jagdflieger? Oh ja.


    DUN DUN-DUN-DUN DUN DUN-DUN DUN DUN-DUN....

    Um den Fliegerteilen auch noch ein gewisses Flair zu verleihen, hat der preisgekrönte Soundtrack eine Besonderheit: Wird eine Komponente des Rausers gewechselt, ändert sich auch ein Teil der markanten Titelmelodie. Diese vom finnischen Künstler Kozilek komponierte Soundkulisse macht Lust auf mehr, und man probiert herum, einfach um - abseits des eigentlichen Spiels - eine gute Kombination herauszufinden. Er ist aber nur das I-Tüpfelchen auf der Grundstimmung, die allein schon visuell vorherrscht: Vlambeer hat an Dieselpunk und totalitärem Schick nicht gespart, die drei Hauptfiguren, denen man im Hangar besteht, entsprechend daher gängigen Klischees. Ein offenbar schon recht versehrter Oberst mit kantigem Gesicht und schicker Uniform, eine vollbusige Blondine mit Augenklappe, die strenger nicht schauen könnte und natürlich der verrückte Wissenschaftler im weißen Laborkittel. Die Hacken zusammenschlagen können alle natürlich ganz gut, nur das Rauser-Symbol als Ersatz für Haken-, Eisernes Kreuz und Reichsadler ist ein etwas kurz geratener Versuch, zu verbergen, welches Regime die Entwickler da als Vorbild hatten. Wem das äußerst geschmackvolle Farbschema - weiß, beige und weinrot - nicht gefällt, der hat die Möglichkeit, es nach ein wenig Arbeit zum Freischalten umzuändern, verliert dabei jedoch viel des originalen Charmes. Ich rate stark dazu, bei der "Default"-Option zu bleiben.

    Verdikt:

    Mit LUFTRAUSERS! ist Vlambeer ein Rohdiamant gelungen. Kein Vollpreistitel, der Millionen in der Entwicklung kostete, sondern spielerische Hausmannskost, die dem hanebüchenen Konzept ein liebevolles Design einhaucht und es damit nicht fad werden lässt. Für neun Euro hat so mancher vielleicht Bedenken, ersteht man es jedoch während eines Steam-Schlussverkaufs, steht stundenlangem Rausen nichts mehr im Wege. Und den möchte ich sehen, dem die musikalische Untermalung nach ein paar Minuten einfach so aus dem Kopf verschwindet.

    8,5/10 Totenköpfen
    Geändert von Krankfried (03.12.2015 um 22:05 Uhr)

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    Anzeige ist offline

    LUFTRAUSERS!

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  3. #2
    Der Schmied von Kochel Der Schmied von Kochel ist offline

    AW: LUFTRAUSERS!

    Nicht mein Ding, aber der OST ist catchy!