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Thema: 0|1

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    fELIXADER fELIXADER ist offline
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    The Formula




    Ich kenne noch die erste Formel.

    Die Welt ist da draußen und ich stehe alleine gegen sie, in einem einsamen Ungleichgewicht von 0|1.
    Ich wusste das Du noch fehltest um mich zu komplettieren.


    Ich kenne noch den ersten Tag.

    Die Sonne stand gleißend am Himmel, das Licht blendete alle Farben aus dem Tag.
    Kalkweißer Beton des Schulhofes unter meinen Füßen.
    Jeder Schritt unter dem neuen weißen Stahldach der Schule hallte in meinen Ohren wieder und wirbelte weiteren, weißen Staub auf.


    Ich kenne noch das erste Gefühl.

    Ich war mir nie unsicherer.
    Mein Herz pumpte mein Blut rasend durch meine Venen.
    Ich konnte es daran sehen wie sich das weiße Hemd meiner Schuluniform hob und senkte.
    Ich konnte es in den roten Adern meiner Hand sehen wenn ich versuchte mich gegen die Sonne zu schützen.


    Ich kenne noch den ersten Willen.

    Ich wollte nur dich.
    Seit Wochen hatte ich Dich beobachtet und zugelassen das Du mich sehen konntest.
    Sie behaupteten Du wärst nicht wie ich, sie sagten wir gehörten nicht zusammen, sie umringten mich und taten so als würden sie mich schützen.
    Sie sprachen die Sprache die ich hasste.
    Und ich sagte ihnen ich wäre auch nicht wie sie.
    Und sie zogen von mir ab und ließen mich endlich gehen.
    Und heute, dies wusste ich, wärest du Mein, und ich wusste, ich wäre Dein.


    Ich kenne noch meine erste Frage.

    Ich kam zu dir, alles wirkte verzerrt auf mich.
    Deine Freundinnen wollten mich nicht durchlassen.
    Ihre Arroganz blendete mich mit dem billigen Modeschmuck den sie wie Talismane um ihre falschen, blondierten Köpfe trugen.
    Erschrocken sahen sie dich an als du ihre dämlichen Regeln tratest sie zur Seite stießt und aus ihrem Rudel ausbrachest und mir in mein Fragendes Gesicht sahst.


    Ich kenne noch Deine erste Antwort.

    Es schien als schwieg die ganze Welt als du die Distanz zu mir überschrittst, in deinem kurzen, karierten Rock.
    Wie du provozierend, Hüftenschwingend an mich herantratst und die letzten Hände des Weiberrudels um dich herum abschütteltest.
    Jene die sich für mich hielten und Jene die Dich für sich hielten schwiegen entsetzt als du Dich an mich schmiegtest und dein Gesicht durch den Stoff meines Hemdes strich.
    Deine Beine lehnten gegen den schwarzen, groben Stoff meiner Hose und deine leichten Stoffschuhe ruhten direkt neben den dicken, schwarzen Sohlen meiner Halbschuhe.
    Und ich fühlte mich stärker noch wie die gesamte Welt als die Wärme deines Körpers in der Hitze des Tages noch heißer als das Feuer der Sonne auf meiner Haut brannte.


    Ich kenne noch das erste Feuer.

    Wie die Mitte des Universums waren wir, wie Tag und Nacht standen wir da, inmitten unserer Mitaltersgenossen und dem Scherbenhaufen der zerbrochenen Regeln den sie sich selbst in ihrer Unsicherheit aufgebührtet hatten.
    Lehrer stießen durch die blassen Tore der Schulhäuser, auf uns zu um zu trennen was nicht mehr zu trennen war.
    Dein Gesicht in meinen Händen, sichtbar für alle die es sehen wollten presste ich dir auf den Mund was du von meiner Liebe entgegennahmst.
    Wie ein einstudiertes Ballet kamen sie aus allen Richtungen, griffen nach Dir, griffen nach mir und brüllten ihre verzweifelten, ihre wertvollen Regeln.



    Ich kenne noch das erste Versprechen.

    In dem Chaos und dem Staub der uns umgebenden Welt hielten wir einander, die Lippen immer noch aufeinander, und in unseren Augen glühte das ewige Versprechen dem nichts und niemand je entgegentreten kann ohne zu unterliegen.
    Wir komplettierten uns, 1|1, wir waren unser Gleichgewicht, und dafür würden wir alles tun.

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