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    The Evil Within - Das kann ja Eiter werden...


    Es war an der Zeit, dass auf den Konsolen ein Genre wiederbelebt wurde, mit dem die meisten Spieler in den ’90 aufgewachsen sind: das Horror Survival Spiel. Der Japaner Shinji Mikami - als einer der Gründer des Resident Evil Franchise - erkannte diesen Bedarf und schuf The Evil Within.

    Detective Sebastian Castellanos wird in Krimson City zu einer Nervenheilanstalt (die verblüffende Ähnlichkeit mit dem Herrenhaus von Resi 1 hat) gerufen. Dort angekommen, herrscht mehr Chaos als bei einer HoGeSa Demo, dutzende Beamte sind bereits im Gebäude. Wir betreten das Haus zusammen mit unseren Kollegen Kidman und Joseph um festzustellen, das die Eingangshalle mit niedergemetzelten Menschen gepflastert ist; ein fulminantes Blutbad. Der einzig betretbare Raum ist die Sicherheitszentrale. Hier sehen wir auf einem Kontrollbildschirm, wie etwas in der Gestalt eines Menschen 3 Polizeibeamte abschlachtet. Hier haben wir das erste Mal Ruvik gesehen, jenen Protagonisten den wir die nächsten 15 Stunden lang versuchen werden auszuschalten.

    Nach kurzer Bewußtlosigkeit erwachen wir kopfüber in einem Keller und sehen einem ekligen Fleischereifachverkäufer dabei zu, wie er fachgerecht Filetstücke aus Menschen heraustrennt. Es gelingt uns aus der Metzgerabteilung zu entkommen, der Prolog endet und der Horrortrip beginnt.

    The Evil Within ruft von Anbeginn Assoziationen zu anderen Spielen und auch Filmen wach. Das gesamte Genre in beiden Bereichen wird abgedeckt. Weltenwandel wie Silent Hill? Check. Hinterwäldler Dörfer mit Zombies wie in Resi 4? Check. Kellerfleischerei für Amateurmetzger wie in Texas Chainsaw Massaker oder Wrong Turn? Check. In sich zerfallende Welt wie in Alone in the dark? Check. Tresorkopf vs. Pyramidenkopf? Check.

    ABER, das ist nicht schlecht, im Gegenteil, dieser Mischpoke aus dem Besten von allem hat seinen ganz besonderen Reiz. Hinzukommt ein Schwierigkeitsgrad, den man bei der heutigen Casual Welle kaum noch unter den Controller bekommt. Wer seinen Erfahrungspunkte (im Spiel als Gel bezeichnet) nicht intelligent einsetzt und mit Munition haushält, der kann in späteren Kapiteln mal eben vor dem nichts stehen und u.U. neu anfangen müssen. Gel bekommt man vom getöteten Gegner, findet es in Kisten oder als Belohnung für irgendwelche Erfolge.

    Auch weitere markante typische Details sind gegeben. Das Waffenarsenal ist im Wesentlichen das was man bei solch einem Spiel erwartet: Armbrust, Pistole, Schrotwumme, etc. Medi Packs fehlen selbstverständlich auch nicht. Ein wenig kurz kommt der Nahkampf, der eigentlich ignoriert werden kann. Ohne ballistische Unterstützung ist dieses Spiel nicht zu meistern, da helfen auch keine Schleichangriffe mit dem Messer.

    Nebenher gibt es noch eine Menge zu sammeln. Primär handelt es sich um Dinge, die einem tiefer in die Story bringen. Zeitungen, Notizen, Plakate und Schlüssel mit denen man für allerlei Extras Schränke in der pathologischen Abteilung des Safe Hauses öffnen kann, sind zuhauf vorhanden. Wer wirklich alles sein Eigen nennen will (inkl. Platin), der wird wohl nicht um mindestens 3 Durchgänge herumkommen. Der Wiederspielwert ist ein wenig gegeben, Platin aber nur durch wirkliche Sammler gerechtfertigt. Wie zu erwarten in diesem Genre, ist das Level Design schlauchartig.

    Im Detail

    Grafik: nun, da haben wir auf der PS4 schon besseres gesehen. Zwar gibt es eine hohe Detaildichte, doch nach einer Weile erkennt man schnell, dass sich alles um gefühlte 50 Objekte dreht. Ein wenig Tearing und 2 Freezes während meines Spiels sind mir aufgefallen. Dennoch eine schön (wenn diese Beschreibung hier überhaupt passt) anzusehende Welt, die da den Bach runtergeht.

    Ton: kurz & knapp klasse! Habe primär mit Kopfhörern gespielt um die Gemütslage meiner Frau zu schonen, doch damit habe ich mir selbst einen Gefallen getan. Tropfende und schlürfende Zombies scheinen dich von allen Seiten anzugehen, sehr schön! Auch musikalisch ist es 1A abgestimmt. Die Synchronisation macht einen professionellen Eindruck.

    Steuerung: je höher der Schwierigkeitsgrad, desto schneller attackieren einen die verwesenden Deppen. Wer da keine gute Steuerung zur Hand hat, der wird Probleme haben. Manchmal habe ich mich dabei erwischt, wie ich mir die Ego Perspektive gewünscht habe, vor allem in der Konfrontation. Beim Rennen hakt es von Zeit zu Zeit, was besonders nervt, wenn man mal wieder von einer 6-beinigen Frau verfolgt wird. Auch die Menüsteuerung war ein wenig ungenau, was ebenfalls im Kampf suboptimal ist (zumal die Zeit im Menü verlangsamt weiterläuft). Alles in allem ein knappes o.k. hier.

    Story: viel Spielraum gibt das Genre nicht unbedingt. Man bedient sich in der Splatter Schublade, aus der Größenwahnsinn, Gehirn Experimente und schwere Kindheit stilsicher herausgepickt werden. Zwischenzeitlich wird es ein wenig verwirrt, doch alles fügt sich irgendwie im letzten Drittel zusammen. The Evil Within setzt jetzt keine neuen Maßstäbe, doch ist es durchdachter als bspw. Dead Island. An Silent Hill aber kommt es nicht ran.

    Fazit: was unbedingt an dieser Stelle noch erwähnt werden muss, ist der der extreme Anteil an Gewalt. TEW ist ein Spiel für Erwachsene, daran besteht kein Zweifel. Beim eingangs erwähnten Fleischereibedarf musste auch ich mal kurz genau hinsehen, ob das wirklich wahr ist, was ich da gerade in einem „Spiel“ gesehen habe. Dennoch, so ein bluttriefendes Spektakel ist seit mindestens 5 Jahren überfällig. Nachdem das Resi Franchise zum Shooter degradiert wurde und Silent Hill ein wenig an seiner Geschichte krankt, haben wir hier einen ehrwürdigen Nachfolger der eindeutig die Handschrift des Regisseurs aus Japan trägt.

    Noch einmal aufgeführt sei der Schwierigkeitsgrad. Mein erster Durchlauf war auf Überlebender, bei dem ich 21 Stunden benötigte und 136 Tode starb; reale Spielzeit 3 Wochen. Nach einmaligen Durchspielen eröffnen sich dem Spieler ohne Privatleben noch zwei weitere Modi. Ein noch härterer und ein Ultimo namens Akumu. Letzterer ist nur für Leute geeignet, die eine feine Balance zwischen Wut und Ausgeglichenheit aufweisen. Leider braucht man den um Platin bei den Trophäen zu holen, daher wird das wohl eine Profi-Herausforderung sein.

    Doch auch ohne diese extra Modi, ist das Spiel vor allem im Mittelteil eine Aneinanderreihung von Herausforderungen. Bereits banale 08/15 Zombies können einem so schnell den Gar ausmachen, dass man nicht weiß wo vorne und hinten ist. Auch beinhaltet fast jedes Kapitel einen Endgegner und viele auch noch Zwischengegner. Besonders fies ist hierbei, dass man bei manchen nur wegrennen kann, da ein Kampf aussichtslos ist. Es ist lange her, seitdem ich so glücklich war einen absoluten Endgegner ins Jenseits geschickt zu haben und dabei wusste, jetzt hast du es geschafft. Kudos an The Evil Within!

    Anmerkung: manche Begriffe (Waffen oder Orte) können von der dt. Version abweichen, da ich die englische Hong Kong PS4 Version mit dem extra Kampfpaket DLC mein Eigen nenne. Erfahrungen basieren auf einem Durchgang als „Überlebender“.
    Geändert von Der Schmied von Kochel (19.11.2014 um 04:27 Uhr)

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  3. #2
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    AW: The Evil Within - Das kann ja Eiter werden...

    Nachtrag: im Moment versuche ich ein paar Trophäen nachzuholen, da ja bekanntlich nach dem einmaligen absolvieren die Kapitelauswahl im Spiel+ zur Verfügung steht. Es liegt mir zwar fern das Spiel zu platinieren, doch so ein paar leichte Ziele kann man ja noch absolvieren. Dabei ist es aber sehr unvorteilhaft, wenn Trophäen verbuggt sind, so wie der fünffache Sneak Kill ohne gesehen zu werden. Mittlerweile habe ich so um die 100 Zombies von hinten erledigt und keinerlei Trophäe poppt.

    Es ist mir unverständlich, wie ein Entwickler solche Dinge ignorieren kann und sie nicht weg patcht. Ein Blick ins Internet zeigt, daß dieses Problem vielen begegnet, trotzdem geschieht nichts. Ein eher fader Beigeschmack im nachhinein der nicht ausschlaggebend ist, doch bei Sammlern auf viel Unmut stoßen wird.

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