Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
    TheRealHook TheRealHook ist offline
    Avatar von TheRealHook

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat FAZ
    Der Berliner Senat hat Eckpunkte für einen gesetzlichen fünfjährigen Mietenstopp in der Hauptstadt auf den Weg gebracht. Dies teilte die Senatorin für Stadtentwicklung, Katrin Lompscher (Linke), am Dienstag nach der Senatssitzung mit. „Mieten dürfen für fünf Jahre nicht erhöht werden“, sagte Lompscher. Dies solle rückwirkend ab dem (heutigen) Senatsbeschluss gelten. Aus der Immobilienwirtschaft kam scharfe Kritik an dem Beschluss, der 1,5 Millionen nicht preisgebundene Wohnungen betrifft.
    Was ist eure Meinung dazu? Notwendige Entscheidung oder ruiniert Berlin damit den Markt für Investoren?

  2. Anzeige

    Berlin deckelt die Mieten

    Schau dir mal diesen Bereich an. Dort ist für jeden was dabei!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2
    TheBRS TheBRS ist offline
    Avatar von TheBRS

    Berlin deckelt die Mieten

    Ich habe jetzt nicht den vollständigen Artikel gelesen sondern nur den von dir präsentierten Ausschnitt, befinde die Maßnahme allerdings für schwachsinnig. Hier wurde ganz bewusst der Markt ausgehebelt und wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, dann gibt es eben wieder Wartelisten. So wie in der DDR. Da fällt mir ein ist die Bausenatorin ist/war doch ein SED Mitglied?

    Was meiner Einschätzung nach passieren wird: Die Nachfrage übersteigt das Angebot, es kommt also zu Wartelisten oder aber es werden ab sofort Münzen bei der Wohnungsvergabe geworfen. Mietwohnungen werden von Eigentümern in Eigentumswohnungen umgewandelt und dann ohne Deckel verkauft und bei Neuvermietungen werden Einbaugegenstände zum Kauf mit satten Preisen drauf geschlagen. Die Investitionen von Seiten der Vermieter in die eigenen Buden werden auch stark zurückgehen und der Nachfrageüberhang wird sich massivst auf den (Miet-)Preis neuer Wohnungen auswirken.

    Unterm Strich also der klassische Rot-Rot-Grüne Hinfurz, war bei Berlin aber auch nicht anders zu erwarten.

  4. #3
    AndiBcool AndiBcool ist offline
    Avatar von AndiBcool

    Berlin deckelt die Mieten

    Das wird rein gar nichts bringen, derzeit werden die Mieten über die Modernisierungsumlage immer gut erhöht aber nicht unbedingt die Miete selber.
    Diese Modernisierungen sind oftmals auch höchst zweifelhaft, was den eigentlichen Nutzen angeht, die kosten können aber dennoch komplett über 11 Jahre verteilt auf die Mieter abgewälst werden und danach bleibt der Kostenanteil Bestandteil der Miete auch wenn schon alles abbezahlt wurde.

    Wenn man etwas machen möchte, dann günstiges Bauland den Bürgern ( nicht den Immobilienkonzeren ) zur verfügung stellen, die Gebühren runterschrauben ( Grunderwerbssteuer, Grundbucheintrag, usw. ) und dann am besten auch noch etwas den Bau fördern.
    Viele Arbeitnehmer können sich nichtmal mehr ein Grundstück kaufen (aufgrund der geringen Löhne), wer soll soll da bitteschön noch bauen ?

    Ansonsten sollte die Politik nicht so viel Geld für Blödsinn (und da gibt es ja so Einiges) ausgeben und selber fleißig Bauprojekte starten, für Leute die sich das Eigenheim nicht finanzieren können/wollen.

  5. #4
    TheBRS TheBRS ist offline
    Avatar von TheBRS

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat AndiBcool Beitrag anzeigen

    Wenn man etwas machen möchte, dann günstiges Bauland den Bürgern ( nicht den Immobilienkonzeren ) zur verfügung stellen, die Gebühren runterschrauben ( Grunderwerbssteuer, Grundbucheintrag, usw. ) und dann am besten auch noch etwas den Bau fördern.
    Viele Arbeitnehmer können sich nichtmal mehr ein Grundstück kaufen (aufgrund der geringen Löhne), wer soll soll da bitteschön noch bauen ?
    Richtig, den Punkt hatte ich in meinem Beitrag vergessen. Zumindest im Süden der BRD brauch man mit unter 500.000€ überhaupt nicht an Bau eines Hauses zu denken. Von dem zeitlichen Aufwand durch die bürokratischen Hürden ganz zu schweigen.

  6. #5
    TheRealHook TheRealHook ist offline
    Avatar von TheRealHook

    Berlin deckelt die Mieten

    Danke für euren Input. Ich seh das ähnlich, hätte aber auch noch auf ein paar "Pro-Stimmen" gehofft.

    Wenn es ein Angebot von 1,5 Millionen Wohnungen gibt, aber dort 2 Millionen Wohnungen gebraucht werden, dann geht das nicht auf. Die Preise einzufrieren, wird das Angebot nicht erhöhen, im Gegenteil. Soviel zur Mikroseite. Regulatorisch wäre es viel sinnvoller gewesen, die Bürokratie für ein paar Jahre zu verringern und Auflagen zurückzufahren. Vielleicht braucht nicht jedes Haus die modernsten Lärmschutzauflagen zu erfüllen, wenn man erstmal Wohnraum schaffen möchte. Gleiches gilt für Grunderwerbssteuern oder Notarkosten - wenn es Berlin an einer Erhöhung des Wohnraums liegt, dann hätte man auch hier ansetzen können.

    Mit dem Mietdeckel erzeugt man jetzt aber das genaue Gegenteil, Investoren verlieren Investitionssicherheit und bauen dann eben lieber in Leipzig oder anderen Städten mit Wachstumspotential. Anstatt einer Mietkaserne bau ich dann lieber Eigentumswohnungen, da trage ich auch nicht das Zeitrisiko. Übrigens haben Mietdeckel in New York City oder auch Spanien und Portugal zu massiven Abwertungen der Wohnsubstanz geführt. Sanierungen blieben aus und Stadtteile wurden teilweise ghettoisiert. Das zeigt wie so oft das (nicht vorhandene) linke Wirtschaftsverständnis. Konsequenzen werden einfach ignoriert und Aktionismus wird zuungunsten von langfristiger Politik vorgezogen.

  7. #6
    Jonny Knox Jonny Knox ist offline
    Avatar von Jonny Knox

    Berlin deckelt die Mieten

    Es geht um 5 Jahre Mietendeckelung, nicht 50. Außerdem werden notwendige Baumaßnahmen natürlich trotzdem durchgeführt werden, Stichwort Bestandssicherung. Genauso kann man sich Modernisierungen genehmigen lassen, bzw. muss dies, wenn dadurch der qm-Preis um mehr als 50 Cent steigen würde. Ist doch okay, dass endlich Mal jemand prüft, ob eine Sanierung/Modernisierung überhaupt notwendig ist.

    Als würden sofort Slums entstehen, nur weil Vonovia mal keine unnütze Wertsteigerungssanierung machen kann. Außerdem geht es nicht immer nur darum, ob jeder, der eine neue Wohnung sucht, eine bezahlbare findet, sondern auch darum, dass man verhindert, dass Leute überhaupt erst aus ihrer Wohnung raus müssen, weil sie sich nicht mehr leisten können. Oder glaubt jemand, jede Nachfrage nach einer Wohnung kommt von Leuten, die neu zuziehen oder von Paaren, die sich trennen oder Kindern, die ausziehen? Nachfrage entsteht auch dadurch, dass Menschen sich die Miete ihrer aktuellen Wohnung nicht mehr leisten können.

    Und ja, für Investoren wird es vllt uninteressanter. Und das ist schlecht, weil die Investoren bisher ein Garant für vielfältigen, bezahlbaren Wohnraum waren? Hahaha...haha....

    Für Vermieter heißt das einfach, dass sie bei mehreren Bewerbern noch immer den auswählen, von dem sie die beste Zahlungsmoral und Umgangsformen erwarten. Bei Neuvermietungen darf es keinen Aufschlag mehr geben. Das ist doch sinnvoll. So bleiben günstige Wohnungen günstig.

    @TheBRS
    Finde mal jemanden aus der ehemaligen DDR, der studiert und eine "gute" Arbeitsstelle hatte und kein SED-Mitglied war. Frau Lompscher hatte kein Parteiamt inne und steht auch nicht im Verdacht, für die Stasi tätig gewesen zu sein.

  8. #7
    TheRealHook TheRealHook ist offline
    Avatar von TheRealHook

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Es geht um 5 Jahre Mietendeckelung, nicht 50. Außerdem werden notwendige Baumaßnahmen natürlich trotzdem durchgeführt werden, Stichwort Bestandssicherung. Genauso kann man sich Modernisierungen genehmigen lassen, bzw. muss dies, wenn dadurch der qm-Preis um mehr als 50 Cent steigen würde. Ist doch okay, dass endlich Mal jemand prüft, ob eine Sanierung/Modernisierung überhaupt notwendig ist.
    Das ist Wunschdenken. Wir vermieten eine kleine Wohnung im Speckgürtel einer mittelgroßen Stadt in Süddeutschland. Die Miete wurde seit Jahren nicht angehoben, weil die Mieterin ordentlich ist, pünktlich überweist und nicht wegen jedem tropfenden Wasserhahn am Telefon hängt. Gegenüber dem Mietspiegel sind wir über 1,50€ hinterher, das Gebäude wird regelmäßig mit unserem Hausgeld saniert und die Mieterin hat überhaupt keine Sorgen. 2/3 der Wohnungen in Berlin werden privat, also genau nach dem Schema, vermietet. Jetzt sag ich dir, was ich machen würde, wenn sich so ein Kram bei mir ankündigen würde: Die Wohnung zum Marktpreis verkaufen und in Assets verschieben, die eine höhere Investitionssicherheit versprechen. Und das sind mittlerweile sogar chinesische Aktien. Das bedeutet im konkreten Fall, das Mieter aus billigen Wohnungen herausgekauft werden, von Privatkäufern, die es sich leisten können. Davon wird "der arme Bestandsmieter" also wirklich total profitieren.

    Es gibt einfach zu wenig Angebot für zuviel Nachfrage. Angebot trifft Nachfrage im Preis. Wenn man den Preis einfriert erhöht sich nicht magisch das Angebot oder die Nachfrage geht zurück. Im Gegenteil: neues Angebot muss man schaffen, indem man Bebauungsgebiete ausweist, Dachstühle zum Ausbau freigibt, Nachverdichtungen erlaubt, etc. - Nachdem jetzt aber die Investitionssicherheit zurückgeht, wird man einen Teufel tuen und da neue, billige Mietkasernen hinbauen.

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Als würden sofort Slums entstehen, nur weil Vonovia mal keine unnütze Wertsteigerungssanierung machen kann. Außerdem geht es nicht immer nur darum, ob jeder, der eine neue Wohnung sucht, eine bezahlbare findet, sondern auch darum, dass man verhindert, dass Leute überhaupt erst aus ihrer Wohnung raus müssen, weil sie sich nicht mehr leisten können. Oder glaubt jemand, jede Nachfrage nach einer Wohnung kommt von Leuten, die neu zuziehen oder von Paaren, die sich trennen oder Kindern, die ausziehen? Nachfrage entsteht auch dadurch, dass Menschen sich die Miete ihrer aktuellen Wohnung nicht mehr leisten können.
    Die Produktivität ist in Berlin gestiegen, man will Hub für Start-Ups und Google sein und sich als Weltstadt präsentieren. Wie soll das gehen, wenn der Wohnraum für diese arbeitende Mittelschicht nicht existiert? Einen Tod muss man sterben und eine moderne Stadt, mit steuerfinanzierter Infrastruktur, kostet eben Geld. Mehr kostet mehr und das zieht höhere Einkommen (nicht hohe) an. Das bildet sich auch indirekt in den Mieten ab. Solche Unternehmen gehen dann, mangels qualifiziertem potentiellen Personal, lieber nach München, wo man seine Leute auch unterbringen kann, die man heute bundesweit oder global sourcet. Supi. Es gibt außerdem auch kein Recht darauf, in einer boomenden Stadt zu leben. In Manhattan kostet eine Wohnung auch mehr, als ich zu zahlen bereit bin, deshalb wohne ich dort nicht.

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Und ja, für Investoren wird es vllt uninteressanter. Und das ist schlecht, weil die Investoren bisher ein Garant für vielfältigen, bezahlbaren Wohnraum waren? Hahaha...haha....
    Jaja, Investoren sind Industrielle mit Hut und Zigarre, die sonntags Polo spielen. Das 19. Jahrhundert hat angerufen und will seine Gesellschaftsbilder zurück. Hinter Vonovia, deutsche Wohnen usw. sitzen viele institutionelle Anleger, wie Lebens- und Krankenversicherer. Die Suppe, die in Berlin gerade wieder gekocht wird, löffelt also wieder mal die zahlende Mittelschicht aus. Was anderes wäre von Berlin auch nicht zu erwarten. Die DDR ist vorbei und ich hoffe die Gerichte kassieren diesen Blödsinn.

    Berlin hat es, wie so häufig, verkackt. Sozialer Wohnungsbau eingestampft, die eigenen Immobilien zur Sanierung des Haushaltes verkauft und das Klientel mit der Gießkanne bedient. Jetzt sitzt man vor dem Scherbenhaufen und wie so häufig soll es der Rest der Republik lösen.

  9. #8
    Jonny Knox Jonny Knox ist offline
    Avatar von Jonny Knox

    Berlin deckelt die Mieten

    Also würdest du eine gut gehende Wohnung verkaufen, nur weil du die Miete nicht erhöhen darfst, was du ja vermutlich eh nicht getan hättest (da die Mieterin, wie ich oben ja auch geschrieben habe, mit Augenmaß und nach sinnvollen Kriterien ausgewählt wurde)?
    Ich kann ja gern mal bei meiner Familie nachfragen, ob sich der Deckel auf sie irgendwie auswirkt, da gibt es auch vermietetes Wohneigentum.

    Weil ja die Wohnungsmisere dadurch gekommen ist, dass man nicht hätte "billige Mietkasernen" bauen können und stattdessen lieber teure Luxuswohnungen gebaut hat? Es ist so h so, dass Wohnraum als Investitionsobjekt genutzt wurde, weil Berlin hipp und aufstrebend war und man gedacht hat, dass.man teure Wohnungen eh los wird. Waren die ganze teuren Wohnungen normale Mietwohnungen geworden, hätten wir die Diskussion in diesem Ausmaß so h heute gar nicht. Aber sowohl private als auch geschäftliche Investoren wollten lieber ungebremst und unreguliert etwas anderes anbieten. Dafür gab es ohne Zweifel auch einen Markt und Abnehmer. Der Gesellschaft hätte es anders aber mehr geholfen

    Wenn bei jeder Neuvermietung der maximal mögliche Aufschlag mitgenommen wird, wenn neue Luxuswohnungen entstehen steigt zwangsläufig der ortsübliche Mietpreis. Damit werden dann auch ganz gezielt Bestandsmieter aus ihren Wohnungen getrieben, die man dann bei Neuvermietung wieder noch teurer vermieten kann etc etc. Und da geht es nicht mal darum, dass an den Wohnungen etwa getan wurde, das sind ja zum Teil noch die gleichen Löcher wie vorher.

    Natürlich hat Berlin es verkackt. Sollen wir mit der Erkenntnis weitermachen als wäre nun alles verloren? Das hilft doch niemandem... Hier wurde jetzt erstmal ein Instrument geschaffen, mit dem der Status quo für viele bleibt wie er ist. Und selbst der ist ja nicht gerade rosig. Zumindest werden die Mieter nun aber vor unnötigen Sanierungen und somit Preiserhöhungen geschützt. Dass den Eigentümern die Pumpe geht, weil Sanierungen, die die Miete über ein bestimmtes Maß hinaus verteuern jetzt genehmigt werden müssen, lässt dich zumindest erahnen, dass in der Vergangenheit mit Sicherheit nicht alle Sanierungen wirklich notwendig waren.


    Dieser fünfjährige Deckel darf natürlich nicht die einzige Maßnahme bleiben. Natürlich muss der Senat selbst auch für neuen Wohnraum sorgen, zusätzliche Anreize schaffen, dass andere leistbaren Wohnraum schaffen. Als temporäre "Sofortmaßnahme", die aber etwas Zeit für ausgereifte Konzepte schafft, sehe ich keine dramatischen negativen Auswirkungen. Zumindest nicht wenn klar ist, dass es eben diese fünf Jahre sind und danach gibt es neue Regeln.

    Bei Wohneigentum gilt für mich, mehr als bei allem anderen Eigentum:
    (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
    Und wenn jemand in ein "aufstrebendes Viertel" mit bekannter Wohnungsknappheit ein Haus setzt, das er dann in drei sündhaft teure Lofts aufteilt, statt daraus zwölf bezahlbare Mietwohnungen zu machen, dann ist das für mich nicht zum Wohle der Allgemeinheit.

  10. #9
    TheRealHook TheRealHook ist offline
    Avatar von TheRealHook

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Also würdest du eine gut gehende Wohnung verkaufen, nur weil du die Miete nicht erhöhen darfst, was du ja vermutlich eh nicht getan hättest (da die Mieterin, wie ich oben ja auch geschrieben habe, mit Augenmaß und nach sinnvollen Kriterien ausgewählt wurde)?
    Wenn ich keine Nebenkosten beim Verkauf hätte, natürlich. Wenn mir andere Märkte historisch 7% bieten und der Berliner Mietmarkt keine Rendite mehr bietet oder, bei Zwangssanierungen die ich dann nicht mehr auf den Mieter umschlagen kann, sogar noch Verluste bedeutet, wäre ich doch blöd die Bude zu behalten. Institutionelle Anleger werden durch Modelle auch einfach gezwungen, solche Buden bei bestimmten Prämissen zu (ver-)kaufen. Mal kleines Zahlenspiel, 7% Rendite sind auf 5 Jahre 40%, die mir durch die Lappen gehen. Wieso soll ich das machen? So nett ist die Mieterin dann auch wieder nicht.

    Würd mir also ganz gewaltig stinken, wenn ich in Berlin eine Wohnung vermieten würde. Die Kostensteigerungen kann ich nicht an meinen Mieter weitergeben, da verkauf ich das Ding doch lieber jetzt schnell und seh zu, dass ich woanders bessere Renditen bekomme. Der Käufer wird dann aus Eigenbedarf kündigen. Ist ebenfalls klar. Und demnächst wird es dann ja Wohnraum unter dem echten Wert zu kaufen geben, wenn diese Vermieter ihre Immobilie auf den Markt werfen. Ich glaube du unterschätzt die Dynamik von so einem Markt. Der kann auch mal innerhalb von 1-2 Jahren um 50% einbrechen. Wieso soll ich mir das Risiko als Vermieter denn noch anziehen? Weg damit, soll sich jemand anders das Risiko anhaften. Und das sind dann eben selbstbeziehende Eigentümer, keine Mieter mehr.

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Weil ja die Wohnungsmisere dadurch gekommen ist, dass man nicht hätte "billige Mietkasernen" bauen können und stattdessen lieber teure Luxuswohnungen gebaut hat? Es ist so h so, dass Wohnraum als Investitionsobjekt genutzt wurde, weil Berlin hipp und aufstrebend war und man gedacht hat, dass.man teure Wohnungen eh los wird. Waren die ganze teuren Wohnungen normale Mietwohnungen geworden, hätten wir die Diskussion in diesem Ausmaß so h heute gar nicht. Aber sowohl private als auch geschäftliche Investoren wollten lieber ungebremst und unreguliert etwas anderes anbieten. Dafür gab es ohne Zweifel auch einen Markt und Abnehmer. Der Gesellschaft hätte es anders aber mehr geholfen
    Du verstehst das glaube ich nicht. Der Investor baut, was für ihn am besten ist. Wenn das bauen billiger Mietwohnungen nicht lukrativ ist, weil die Baukosten zu hoch sind, im Verhältnis zu den Mieteinnahmen, dann bau ich eben die Art von Gebäude, die die höchsten Profite abwirft. Das ist nicht zwangsläufig eine Luxuswohnung, da gibt es nämlich genügend Mechanismen solches Bauen gegenüber "Mietkasernen" unattraktiv zu machen. Z.B. durch Bebauungspläne, wo genau ausgewiesen wird, was dort zu bauen ist oder Ausschreibungsprojekte. Berlin WOLLTE diese zahlungskräftigen Eigentümer haben. Eben weil die bei Google arbeiten, selbst investieren und Geld aus dem Süden mitbringen. Das man jetzt die Konsequenzen davon tragen muss, liegt in der Natur der Sache. Jetzt das Problem auf Vonovia zu reduzieren, wird der Sache nicht gerecht. Allein weil eben über 2/3 der Wohnungen nicht im Eigentum solcher Fonds stehen.

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    ier wurde jetzt erstmal ein Instrument geschaffen, mit dem der Status quo für viele bleibt wie er ist. Und selbst der ist ja nicht gerade rosig. Zumindest werden die Mieter nun aber vor unnötigen Sanierungen und somit Preiserhöhungen geschützt
    Das wird nicht passieren. Die Qualität der bezogenen Wohnungen wird massiv sinken, weil Investitionen ausbleiben und eben Mieter durch Eigentümer verdrängt werden. Es ist eine total banale Idee, die da umgesetzt wurde, die sich tausendfach in anderen Ländern als Blödsinn herausgestellt hat. Die größten Verlierer werden die "Schwachen" sein, die man hier angeblich zu schützen versucht. Profitieren werden zukünftige Eigentümer und Personen mit übermäßig großen Wohnungen.

    https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-13186067.html

  11. #10
    Blizzard_Black Blizzard_Black ist gerade online

    Berlin deckelt die Mieten

    Was offensichtlich niemand bisher bedenkt: Es gibt doch genug Alternativen. Jedes Jahr werden in Großstädten Mehrfamilienhäuser - teilweise denkmalgeschützt - kernsaniert. Im anderen Thread reden wir über Fridays for Future und Klimaschutz und dass es nicht schnell genug gehen kann - und das, wo die Hälfte der benötigten Energie in Deutschland fast für Heizen und Prozesswärme drauf geht. Ohne eine Modernisierung des Gebäudesektors ist Klimaschutz z.B. nicht drinnen.

    Aber nun zurück zum ursprünglichen Gedanken: Niemand zwingt mich, Wohnungen zu vermieten. Ich kann die Wohnungen auch sanieren und als Eigentumswohnungen an zahlungskräftige Kundschaft weiterverkaufen als Immobilienentwickler. Damit umgehe ich das Prinzip der Mietendeckelung - weil wenn zahlungskräftige Kundschaft in Berlin wohnen möchte, die Nachfrage aber höher ist als das Angebot, dann bleiben Eigentumswohnungen trotzdem begehrt und im Preis hoch. Was passiert dann sukzessive? Dem Mietermarkt werden - je länger solche linken Hirngespinste herumgeistern - immer mehr Wohnungen entzogen und in Eigentumswohnungen umgewandelt. Es gab bisher IMMER nur eine Möglichkeit, auf Preissteigerungen zu reagieren: Das Angebot zu erhöhen.

    Man will günstigere Mieten? Mehr Wohnungen bauen lassen. Oder sozialverträgliche Wohnungen bauen und fördern gegen einen maximalen Mietpreis für die nächsten 10, 15 Jahren. Sozialer Wohnungsbau - das wurde vor Jahren quasi-eingestampft, war frühers aber Gang und Gäbe.
    Man will günstigere Wohnungen bauen können? Reglementierungen und Hürden für das Bauen von Gebäuden senken - z.B. Energiestandard (heute nicht mehr möglich) - oder alternativ mehr Bauland zur Verfügung stellen. Mehr Bauland - mehr Konkurrenz - sinkende Preise für Bauland. Dann kostet ein qm Grund auch nicht mehr nen Tausender. Wenn sich 10 Leute noch drum prügeln, wer den Quadratmeter Grund bekommen kann, steigt natürlich der Preis. Wenn sich 10 Eigentümer von Bauland um einen Käufer bemühen müssen, sieht die Sache anders aus. Frag doch mal Immobilienbesitzer in Chemnitz, die können sowas gut beurteilen.
    Die dritte Möglichkeit ist es, Nachverdichtung leichter zu ermöglichen. In vielen Bebauungsplänen sind Limitierungen gesetzt, dass mehr Wohnungen nicht gebaut werden dürfen - obwohl es ohne Problem möglich wäre.


    Es gibt ein Anrecht auf eine Wohnung. Aber es gibt kein Anrecht im Prenzlauer Berg zu wohnen. Es gibt genug Wohnungen - in ländlichen Gegenden oder im "Speckgürtel", die sind auch bezahlbar. Es muss nicht jeder in der Innenstadt leben . Und solange Studenten in die Großstädte ziehen, weil ihnen 25km Fahrtweg zur Uni zu viel sind, sind die Mieten in Großstädten offenbar noch deutlich zu günstig.
    Und dann kommen wir zum zweiten Punkt: Jahrelang wollte man die Industrie anlocken. Im Osten speziell in 3 Städten: Berlin, Leipzig, Dresden. Der ganze restliche ländliche Raum verkümmert. Im Umkreis von 40km von Leipzig findet man in ländlichen Gegenden spottbillige Wohnungen. Nur in den Hot Spots, da sind die Preise hoch.

Ähnliche Themen


  1. TeamSpeak Server mieten: Hallo miteinander, vor einigen Wochen habe ich einen TS-Server zum Mieten gesucht. Dabei sind einige negative und positive Erfahrungen entstanden....

  2. Die Schläger von Berlin: 6 junge Männer verprügeln ohne den geringesten Grund (gibt es hierfür überhaupt einen Grund?) einen 20-jährigen... ... der 20-jährige stirbt dabei....

  3. Wo findet man Wohnungen zum Mieten ohne Makler?: Ich bin auf der Suche nach einer neuen Wohnung, die ich mieten will. Da die Wohnungen in Berlin so teuer sind, wollte ich meine Wohnung auf eigene...

  4. Film mieten: Marktplatz: Hallo Leute, da ich gerade nichts passendes finden konnte stelle ich mal hier meine Fragen. Es geht um den Marktplatz und der damit verbundenen...

  5. Die National Frag Association Berlin sucht Members!: Wir die National Frag Association Berlin suchen noch Members, für diverse Spiele. Unter anderen Call of Duty4, Battlefield2, Day of Defeat: Source!...