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  1. #1
    TheRealHook TheRealHook ist offline
    Avatar von TheRealHook

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat FAZ
    Der Berliner Senat hat Eckpunkte für einen gesetzlichen fünfjährigen Mietenstopp in der Hauptstadt auf den Weg gebracht. Dies teilte die Senatorin für Stadtentwicklung, Katrin Lompscher (Linke), am Dienstag nach der Senatssitzung mit. „Mieten dürfen für fünf Jahre nicht erhöht werden“, sagte Lompscher. Dies solle rückwirkend ab dem (heutigen) Senatsbeschluss gelten. Aus der Immobilienwirtschaft kam scharfe Kritik an dem Beschluss, der 1,5 Millionen nicht preisgebundene Wohnungen betrifft.
    Was ist eure Meinung dazu? Notwendige Entscheidung oder ruiniert Berlin damit den Markt für Investoren?

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    Berlin deckelt die Mieten

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  3. #2
    TheBRS TheBRS ist offline
    Avatar von TheBRS

    Berlin deckelt die Mieten

    Ich habe jetzt nicht den vollständigen Artikel gelesen sondern nur den von dir präsentierten Ausschnitt, befinde die Maßnahme allerdings für schwachsinnig. Hier wurde ganz bewusst der Markt ausgehebelt und wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, dann gibt es eben wieder Wartelisten. So wie in der DDR. Da fällt mir ein ist die Bausenatorin ist/war doch ein SED Mitglied?

    Was meiner Einschätzung nach passieren wird: Die Nachfrage übersteigt das Angebot, es kommt also zu Wartelisten oder aber es werden ab sofort Münzen bei der Wohnungsvergabe geworfen. Mietwohnungen werden von Eigentümern in Eigentumswohnungen umgewandelt und dann ohne Deckel verkauft und bei Neuvermietungen werden Einbaugegenstände zum Kauf mit satten Preisen drauf geschlagen. Die Investitionen von Seiten der Vermieter in die eigenen Buden werden auch stark zurückgehen und der Nachfrageüberhang wird sich massivst auf den (Miet-)Preis neuer Wohnungen auswirken.

    Unterm Strich also der klassische Rot-Rot-Grüne Hinfurz, war bei Berlin aber auch nicht anders zu erwarten.

  4. #3
    AndiBcool AndiBcool ist offline
    Avatar von AndiBcool

    Berlin deckelt die Mieten

    Das wird rein gar nichts bringen, derzeit werden die Mieten über die Modernisierungsumlage immer gut erhöht aber nicht unbedingt die Miete selber.
    Diese Modernisierungen sind oftmals auch höchst zweifelhaft, was den eigentlichen Nutzen angeht, die kosten können aber dennoch komplett über 11 Jahre verteilt auf die Mieter abgewälst werden und danach bleibt der Kostenanteil Bestandteil der Miete auch wenn schon alles abbezahlt wurde.

    Wenn man etwas machen möchte, dann günstiges Bauland den Bürgern ( nicht den Immobilienkonzeren ) zur verfügung stellen, die Gebühren runterschrauben ( Grunderwerbssteuer, Grundbucheintrag, usw. ) und dann am besten auch noch etwas den Bau fördern.
    Viele Arbeitnehmer können sich nichtmal mehr ein Grundstück kaufen (aufgrund der geringen Löhne), wer soll soll da bitteschön noch bauen ?

    Ansonsten sollte die Politik nicht so viel Geld für Blödsinn (und da gibt es ja so Einiges) ausgeben und selber fleißig Bauprojekte starten, für Leute die sich das Eigenheim nicht finanzieren können/wollen.

  5. #4
    TheBRS TheBRS ist offline
    Avatar von TheBRS

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat AndiBcool Beitrag anzeigen

    Wenn man etwas machen möchte, dann günstiges Bauland den Bürgern ( nicht den Immobilienkonzeren ) zur verfügung stellen, die Gebühren runterschrauben ( Grunderwerbssteuer, Grundbucheintrag, usw. ) und dann am besten auch noch etwas den Bau fördern.
    Viele Arbeitnehmer können sich nichtmal mehr ein Grundstück kaufen (aufgrund der geringen Löhne), wer soll soll da bitteschön noch bauen ?
    Richtig, den Punkt hatte ich in meinem Beitrag vergessen. Zumindest im Süden der BRD brauch man mit unter 500.000€ überhaupt nicht an Bau eines Hauses zu denken. Von dem zeitlichen Aufwand durch die bürokratischen Hürden ganz zu schweigen.

  6. #5
    TheRealHook TheRealHook ist offline
    Avatar von TheRealHook

    Berlin deckelt die Mieten

    Danke für euren Input. Ich seh das ähnlich, hätte aber auch noch auf ein paar "Pro-Stimmen" gehofft.

    Wenn es ein Angebot von 1,5 Millionen Wohnungen gibt, aber dort 2 Millionen Wohnungen gebraucht werden, dann geht das nicht auf. Die Preise einzufrieren, wird das Angebot nicht erhöhen, im Gegenteil. Soviel zur Mikroseite. Regulatorisch wäre es viel sinnvoller gewesen, die Bürokratie für ein paar Jahre zu verringern und Auflagen zurückzufahren. Vielleicht braucht nicht jedes Haus die modernsten Lärmschutzauflagen zu erfüllen, wenn man erstmal Wohnraum schaffen möchte. Gleiches gilt für Grunderwerbssteuern oder Notarkosten - wenn es Berlin an einer Erhöhung des Wohnraums liegt, dann hätte man auch hier ansetzen können.

    Mit dem Mietdeckel erzeugt man jetzt aber das genaue Gegenteil, Investoren verlieren Investitionssicherheit und bauen dann eben lieber in Leipzig oder anderen Städten mit Wachstumspotential. Anstatt einer Mietkaserne bau ich dann lieber Eigentumswohnungen, da trage ich auch nicht das Zeitrisiko. Übrigens haben Mietdeckel in New York City oder auch Spanien und Portugal zu massiven Abwertungen der Wohnsubstanz geführt. Sanierungen blieben aus und Stadtteile wurden teilweise ghettoisiert. Das zeigt wie so oft das (nicht vorhandene) linke Wirtschaftsverständnis. Konsequenzen werden einfach ignoriert und Aktionismus wird zuungunsten von langfristiger Politik vorgezogen.

  7. #6
    Jonny Knox Jonny Knox ist offline
    Avatar von Jonny Knox

    Berlin deckelt die Mieten

    Es geht um 5 Jahre Mietendeckelung, nicht 50. Außerdem werden notwendige Baumaßnahmen natürlich trotzdem durchgeführt werden, Stichwort Bestandssicherung. Genauso kann man sich Modernisierungen genehmigen lassen, bzw. muss dies, wenn dadurch der qm-Preis um mehr als 50 Cent steigen würde. Ist doch okay, dass endlich Mal jemand prüft, ob eine Sanierung/Modernisierung überhaupt notwendig ist.

    Als würden sofort Slums entstehen, nur weil Vonovia mal keine unnütze Wertsteigerungssanierung machen kann. Außerdem geht es nicht immer nur darum, ob jeder, der eine neue Wohnung sucht, eine bezahlbare findet, sondern auch darum, dass man verhindert, dass Leute überhaupt erst aus ihrer Wohnung raus müssen, weil sie sich nicht mehr leisten können. Oder glaubt jemand, jede Nachfrage nach einer Wohnung kommt von Leuten, die neu zuziehen oder von Paaren, die sich trennen oder Kindern, die ausziehen? Nachfrage entsteht auch dadurch, dass Menschen sich die Miete ihrer aktuellen Wohnung nicht mehr leisten können.

    Und ja, für Investoren wird es vllt uninteressanter. Und das ist schlecht, weil die Investoren bisher ein Garant für vielfältigen, bezahlbaren Wohnraum waren? Hahaha...haha....

    Für Vermieter heißt das einfach, dass sie bei mehreren Bewerbern noch immer den auswählen, von dem sie die beste Zahlungsmoral und Umgangsformen erwarten. Bei Neuvermietungen darf es keinen Aufschlag mehr geben. Das ist doch sinnvoll. So bleiben günstige Wohnungen günstig.

    @TheBRS
    Finde mal jemanden aus der ehemaligen DDR, der studiert und eine "gute" Arbeitsstelle hatte und kein SED-Mitglied war. Frau Lompscher hatte kein Parteiamt inne und steht auch nicht im Verdacht, für die Stasi tätig gewesen zu sein.

  8. #7
    TheRealHook TheRealHook ist offline
    Avatar von TheRealHook

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Es geht um 5 Jahre Mietendeckelung, nicht 50. Außerdem werden notwendige Baumaßnahmen natürlich trotzdem durchgeführt werden, Stichwort Bestandssicherung. Genauso kann man sich Modernisierungen genehmigen lassen, bzw. muss dies, wenn dadurch der qm-Preis um mehr als 50 Cent steigen würde. Ist doch okay, dass endlich Mal jemand prüft, ob eine Sanierung/Modernisierung überhaupt notwendig ist.
    Das ist Wunschdenken. Wir vermieten eine kleine Wohnung im Speckgürtel einer mittelgroßen Stadt in Süddeutschland. Die Miete wurde seit Jahren nicht angehoben, weil die Mieterin ordentlich ist, pünktlich überweist und nicht wegen jedem tropfenden Wasserhahn am Telefon hängt. Gegenüber dem Mietspiegel sind wir über 1,50€ hinterher, das Gebäude wird regelmäßig mit unserem Hausgeld saniert und die Mieterin hat überhaupt keine Sorgen. 2/3 der Wohnungen in Berlin werden privat, also genau nach dem Schema, vermietet. Jetzt sag ich dir, was ich machen würde, wenn sich so ein Kram bei mir ankündigen würde: Die Wohnung zum Marktpreis verkaufen und in Assets verschieben, die eine höhere Investitionssicherheit versprechen. Und das sind mittlerweile sogar chinesische Aktien. Das bedeutet im konkreten Fall, das Mieter aus billigen Wohnungen herausgekauft werden, von Privatkäufern, die es sich leisten können. Davon wird "der arme Bestandsmieter" also wirklich total profitieren.

    Es gibt einfach zu wenig Angebot für zuviel Nachfrage. Angebot trifft Nachfrage im Preis. Wenn man den Preis einfriert erhöht sich nicht magisch das Angebot oder die Nachfrage geht zurück. Im Gegenteil: neues Angebot muss man schaffen, indem man Bebauungsgebiete ausweist, Dachstühle zum Ausbau freigibt, Nachverdichtungen erlaubt, etc. - Nachdem jetzt aber die Investitionssicherheit zurückgeht, wird man einen Teufel tuen und da neue, billige Mietkasernen hinbauen.

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Als würden sofort Slums entstehen, nur weil Vonovia mal keine unnütze Wertsteigerungssanierung machen kann. Außerdem geht es nicht immer nur darum, ob jeder, der eine neue Wohnung sucht, eine bezahlbare findet, sondern auch darum, dass man verhindert, dass Leute überhaupt erst aus ihrer Wohnung raus müssen, weil sie sich nicht mehr leisten können. Oder glaubt jemand, jede Nachfrage nach einer Wohnung kommt von Leuten, die neu zuziehen oder von Paaren, die sich trennen oder Kindern, die ausziehen? Nachfrage entsteht auch dadurch, dass Menschen sich die Miete ihrer aktuellen Wohnung nicht mehr leisten können.
    Die Produktivität ist in Berlin gestiegen, man will Hub für Start-Ups und Google sein und sich als Weltstadt präsentieren. Wie soll das gehen, wenn der Wohnraum für diese arbeitende Mittelschicht nicht existiert? Einen Tod muss man sterben und eine moderne Stadt, mit steuerfinanzierter Infrastruktur, kostet eben Geld. Mehr kostet mehr und das zieht höhere Einkommen (nicht hohe) an. Das bildet sich auch indirekt in den Mieten ab. Solche Unternehmen gehen dann, mangels qualifiziertem potentiellen Personal, lieber nach München, wo man seine Leute auch unterbringen kann, die man heute bundesweit oder global sourcet. Supi. Es gibt außerdem auch kein Recht darauf, in einer boomenden Stadt zu leben. In Manhattan kostet eine Wohnung auch mehr, als ich zu zahlen bereit bin, deshalb wohne ich dort nicht.

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Und ja, für Investoren wird es vllt uninteressanter. Und das ist schlecht, weil die Investoren bisher ein Garant für vielfältigen, bezahlbaren Wohnraum waren? Hahaha...haha....
    Jaja, Investoren sind Industrielle mit Hut und Zigarre, die sonntags Polo spielen. Das 19. Jahrhundert hat angerufen und will seine Gesellschaftsbilder zurück. Hinter Vonovia, deutsche Wohnen usw. sitzen viele institutionelle Anleger, wie Lebens- und Krankenversicherer. Die Suppe, die in Berlin gerade wieder gekocht wird, löffelt also wieder mal die zahlende Mittelschicht aus. Was anderes wäre von Berlin auch nicht zu erwarten. Die DDR ist vorbei und ich hoffe die Gerichte kassieren diesen Blödsinn.

    Berlin hat es, wie so häufig, verkackt. Sozialer Wohnungsbau eingestampft, die eigenen Immobilien zur Sanierung des Haushaltes verkauft und das Klientel mit der Gießkanne bedient. Jetzt sitzt man vor dem Scherbenhaufen und wie so häufig soll es der Rest der Republik lösen.

  9. #8
    Jonny Knox Jonny Knox ist offline
    Avatar von Jonny Knox

    Berlin deckelt die Mieten

    Also würdest du eine gut gehende Wohnung verkaufen, nur weil du die Miete nicht erhöhen darfst, was du ja vermutlich eh nicht getan hättest (da die Mieterin, wie ich oben ja auch geschrieben habe, mit Augenmaß und nach sinnvollen Kriterien ausgewählt wurde)?
    Ich kann ja gern mal bei meiner Familie nachfragen, ob sich der Deckel auf sie irgendwie auswirkt, da gibt es auch vermietetes Wohneigentum.

    Weil ja die Wohnungsmisere dadurch gekommen ist, dass man nicht hätte "billige Mietkasernen" bauen können und stattdessen lieber teure Luxuswohnungen gebaut hat? Es ist so h so, dass Wohnraum als Investitionsobjekt genutzt wurde, weil Berlin hipp und aufstrebend war und man gedacht hat, dass.man teure Wohnungen eh los wird. Waren die ganze teuren Wohnungen normale Mietwohnungen geworden, hätten wir die Diskussion in diesem Ausmaß so h heute gar nicht. Aber sowohl private als auch geschäftliche Investoren wollten lieber ungebremst und unreguliert etwas anderes anbieten. Dafür gab es ohne Zweifel auch einen Markt und Abnehmer. Der Gesellschaft hätte es anders aber mehr geholfen

    Wenn bei jeder Neuvermietung der maximal mögliche Aufschlag mitgenommen wird, wenn neue Luxuswohnungen entstehen steigt zwangsläufig der ortsübliche Mietpreis. Damit werden dann auch ganz gezielt Bestandsmieter aus ihren Wohnungen getrieben, die man dann bei Neuvermietung wieder noch teurer vermieten kann etc etc. Und da geht es nicht mal darum, dass an den Wohnungen etwa getan wurde, das sind ja zum Teil noch die gleichen Löcher wie vorher.

    Natürlich hat Berlin es verkackt. Sollen wir mit der Erkenntnis weitermachen als wäre nun alles verloren? Das hilft doch niemandem... Hier wurde jetzt erstmal ein Instrument geschaffen, mit dem der Status quo für viele bleibt wie er ist. Und selbst der ist ja nicht gerade rosig. Zumindest werden die Mieter nun aber vor unnötigen Sanierungen und somit Preiserhöhungen geschützt. Dass den Eigentümern die Pumpe geht, weil Sanierungen, die die Miete über ein bestimmtes Maß hinaus verteuern jetzt genehmigt werden müssen, lässt dich zumindest erahnen, dass in der Vergangenheit mit Sicherheit nicht alle Sanierungen wirklich notwendig waren.


    Dieser fünfjährige Deckel darf natürlich nicht die einzige Maßnahme bleiben. Natürlich muss der Senat selbst auch für neuen Wohnraum sorgen, zusätzliche Anreize schaffen, dass andere leistbaren Wohnraum schaffen. Als temporäre "Sofortmaßnahme", die aber etwas Zeit für ausgereifte Konzepte schafft, sehe ich keine dramatischen negativen Auswirkungen. Zumindest nicht wenn klar ist, dass es eben diese fünf Jahre sind und danach gibt es neue Regeln.

    Bei Wohneigentum gilt für mich, mehr als bei allem anderen Eigentum:
    (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
    Und wenn jemand in ein "aufstrebendes Viertel" mit bekannter Wohnungsknappheit ein Haus setzt, das er dann in drei sündhaft teure Lofts aufteilt, statt daraus zwölf bezahlbare Mietwohnungen zu machen, dann ist das für mich nicht zum Wohle der Allgemeinheit.

  10. #9
    TheRealHook TheRealHook ist offline
    Avatar von TheRealHook

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Also würdest du eine gut gehende Wohnung verkaufen, nur weil du die Miete nicht erhöhen darfst, was du ja vermutlich eh nicht getan hättest (da die Mieterin, wie ich oben ja auch geschrieben habe, mit Augenmaß und nach sinnvollen Kriterien ausgewählt wurde)?
    Wenn ich keine Nebenkosten beim Verkauf hätte, natürlich. Wenn mir andere Märkte historisch 7% bieten und der Berliner Mietmarkt keine Rendite mehr bietet oder, bei Zwangssanierungen die ich dann nicht mehr auf den Mieter umschlagen kann, sogar noch Verluste bedeutet, wäre ich doch blöd die Bude zu behalten. Institutionelle Anleger werden durch Modelle auch einfach gezwungen, solche Buden bei bestimmten Prämissen zu (ver-)kaufen. Mal kleines Zahlenspiel, 7% Rendite sind auf 5 Jahre 40%, die mir durch die Lappen gehen. Wieso soll ich das machen? So nett ist die Mieterin dann auch wieder nicht.

    Würd mir also ganz gewaltig stinken, wenn ich in Berlin eine Wohnung vermieten würde. Die Kostensteigerungen kann ich nicht an meinen Mieter weitergeben, da verkauf ich das Ding doch lieber jetzt schnell und seh zu, dass ich woanders bessere Renditen bekomme. Der Käufer wird dann aus Eigenbedarf kündigen. Ist ebenfalls klar. Und demnächst wird es dann ja Wohnraum unter dem echten Wert zu kaufen geben, wenn diese Vermieter ihre Immobilie auf den Markt werfen. Ich glaube du unterschätzt die Dynamik von so einem Markt. Der kann auch mal innerhalb von 1-2 Jahren um 50% einbrechen. Wieso soll ich mir das Risiko als Vermieter denn noch anziehen? Weg damit, soll sich jemand anders das Risiko anhaften. Und das sind dann eben selbstbeziehende Eigentümer, keine Mieter mehr.

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Weil ja die Wohnungsmisere dadurch gekommen ist, dass man nicht hätte "billige Mietkasernen" bauen können und stattdessen lieber teure Luxuswohnungen gebaut hat? Es ist so h so, dass Wohnraum als Investitionsobjekt genutzt wurde, weil Berlin hipp und aufstrebend war und man gedacht hat, dass.man teure Wohnungen eh los wird. Waren die ganze teuren Wohnungen normale Mietwohnungen geworden, hätten wir die Diskussion in diesem Ausmaß so h heute gar nicht. Aber sowohl private als auch geschäftliche Investoren wollten lieber ungebremst und unreguliert etwas anderes anbieten. Dafür gab es ohne Zweifel auch einen Markt und Abnehmer. Der Gesellschaft hätte es anders aber mehr geholfen
    Du verstehst das glaube ich nicht. Der Investor baut, was für ihn am besten ist. Wenn das bauen billiger Mietwohnungen nicht lukrativ ist, weil die Baukosten zu hoch sind, im Verhältnis zu den Mieteinnahmen, dann bau ich eben die Art von Gebäude, die die höchsten Profite abwirft. Das ist nicht zwangsläufig eine Luxuswohnung, da gibt es nämlich genügend Mechanismen solches Bauen gegenüber "Mietkasernen" unattraktiv zu machen. Z.B. durch Bebauungspläne, wo genau ausgewiesen wird, was dort zu bauen ist oder Ausschreibungsprojekte. Berlin WOLLTE diese zahlungskräftigen Eigentümer haben. Eben weil die bei Google arbeiten, selbst investieren und Geld aus dem Süden mitbringen. Das man jetzt die Konsequenzen davon tragen muss, liegt in der Natur der Sache. Jetzt das Problem auf Vonovia zu reduzieren, wird der Sache nicht gerecht. Allein weil eben über 2/3 der Wohnungen nicht im Eigentum solcher Fonds stehen.

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    ier wurde jetzt erstmal ein Instrument geschaffen, mit dem der Status quo für viele bleibt wie er ist. Und selbst der ist ja nicht gerade rosig. Zumindest werden die Mieter nun aber vor unnötigen Sanierungen und somit Preiserhöhungen geschützt
    Das wird nicht passieren. Die Qualität der bezogenen Wohnungen wird massiv sinken, weil Investitionen ausbleiben und eben Mieter durch Eigentümer verdrängt werden. Es ist eine total banale Idee, die da umgesetzt wurde, die sich tausendfach in anderen Ländern als Blödsinn herausgestellt hat. Die größten Verlierer werden die "Schwachen" sein, die man hier angeblich zu schützen versucht. Profitieren werden zukünftige Eigentümer und Personen mit übermäßig großen Wohnungen.

    https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-13186067.html

  11. #10
    Blizzard_Black Blizzard_Black ist offline

    Berlin deckelt die Mieten

    Was offensichtlich niemand bisher bedenkt: Es gibt doch genug Alternativen. Jedes Jahr werden in Großstädten Mehrfamilienhäuser - teilweise denkmalgeschützt - kernsaniert. Im anderen Thread reden wir über Fridays for Future und Klimaschutz und dass es nicht schnell genug gehen kann - und das, wo die Hälfte der benötigten Energie in Deutschland fast für Heizen und Prozesswärme drauf geht. Ohne eine Modernisierung des Gebäudesektors ist Klimaschutz z.B. nicht drinnen.

    Aber nun zurück zum ursprünglichen Gedanken: Niemand zwingt mich, Wohnungen zu vermieten. Ich kann die Wohnungen auch sanieren und als Eigentumswohnungen an zahlungskräftige Kundschaft weiterverkaufen als Immobilienentwickler. Damit umgehe ich das Prinzip der Mietendeckelung - weil wenn zahlungskräftige Kundschaft in Berlin wohnen möchte, die Nachfrage aber höher ist als das Angebot, dann bleiben Eigentumswohnungen trotzdem begehrt und im Preis hoch. Was passiert dann sukzessive? Dem Mietermarkt werden - je länger solche linken Hirngespinste herumgeistern - immer mehr Wohnungen entzogen und in Eigentumswohnungen umgewandelt. Es gab bisher IMMER nur eine Möglichkeit, auf Preissteigerungen zu reagieren: Das Angebot zu erhöhen.

    Man will günstigere Mieten? Mehr Wohnungen bauen lassen. Oder sozialverträgliche Wohnungen bauen und fördern gegen einen maximalen Mietpreis für die nächsten 10, 15 Jahren. Sozialer Wohnungsbau - das wurde vor Jahren quasi-eingestampft, war frühers aber Gang und Gäbe.
    Man will günstigere Wohnungen bauen können? Reglementierungen und Hürden für das Bauen von Gebäuden senken - z.B. Energiestandard (heute nicht mehr möglich) - oder alternativ mehr Bauland zur Verfügung stellen. Mehr Bauland - mehr Konkurrenz - sinkende Preise für Bauland. Dann kostet ein qm Grund auch nicht mehr nen Tausender. Wenn sich 10 Leute noch drum prügeln, wer den Quadratmeter Grund bekommen kann, steigt natürlich der Preis. Wenn sich 10 Eigentümer von Bauland um einen Käufer bemühen müssen, sieht die Sache anders aus. Frag doch mal Immobilienbesitzer in Chemnitz, die können sowas gut beurteilen.
    Die dritte Möglichkeit ist es, Nachverdichtung leichter zu ermöglichen. In vielen Bebauungsplänen sind Limitierungen gesetzt, dass mehr Wohnungen nicht gebaut werden dürfen - obwohl es ohne Problem möglich wäre.


    Es gibt ein Anrecht auf eine Wohnung. Aber es gibt kein Anrecht im Prenzlauer Berg zu wohnen. Es gibt genug Wohnungen - in ländlichen Gegenden oder im "Speckgürtel", die sind auch bezahlbar. Es muss nicht jeder in der Innenstadt leben . Und solange Studenten in die Großstädte ziehen, weil ihnen 25km Fahrtweg zur Uni zu viel sind, sind die Mieten in Großstädten offenbar noch deutlich zu günstig.
    Und dann kommen wir zum zweiten Punkt: Jahrelang wollte man die Industrie anlocken. Im Osten speziell in 3 Städten: Berlin, Leipzig, Dresden. Der ganze restliche ländliche Raum verkümmert. Im Umkreis von 40km von Leipzig findet man in ländlichen Gegenden spottbillige Wohnungen. Nur in den Hot Spots, da sind die Preise hoch.

  12. #11
    AndiBcool AndiBcool ist offline
    Avatar von AndiBcool

    Berlin deckelt die Mieten

    Hier auch wieder ein Beispiel, wie die Politik versucht, das eigene Versagen, anderen zuzuschieben.
    https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-...=pocket-newtab

    Zuerst sollte man sich mal fragen, warum so eine riesiges Mietshaus leer steht.
    Wenn jemand so eine Immobilie besitzt, warum sollte man damit nicht Geldeinkünfte über Mieten haben wollen ? Warum sollte man so ein Objekt verotten lassen ?
    In dem Fall aus dem Artikel, könnte ich mir gut vorstellen, das der Eigentümer, sich selber nicht mehr darüm kümmern kann.
    Aber generell gesehen, könnte es sein, das eine sarnierung und deren Kosten einfach nicht gestemmt werden können, weil kein Kapital vorhanden ist oder sich das wirtschaftlich nicht mehr lohnt ?
    Was macht der Staat denn gegen Mietnomaden, die keine Miete zahlen aber hohe Schäden anrichten? Wie lange muss man die Mieten einklagen?
    Mietpreisbremse usw. führt ebenfalls zu einbußen bei den Einnahmen, aber die Kosten steigen dennoch weiter.

    Ist es dann eine Lösung dort noch hohe Bußgelder zu verhängen und so einer Sarnierung noch entgegen zu wirken ?
    Macht es Sinn dann auch noch zu enteignen und damit Investoren die evtl. Wohnraum schaffen würden noch zu verschrecken?
    Macht es Sinn ungefragt so etwas zu sarnieren und die Rechnung dann dem Besitzer zu präsentieren ?
    Wenn die der Staat wissen möchte, wie hoch der Sanierungsbedarf ist, dann soll sie selber einen Sachverständigen beauftragen und gefälligst auch selber bezahlen. Die Kosten dort auch wieder auf den Besitzer abwälzen zu wollen ist aber typisch.

    Ich denke mal nicht.
    Der Staat verdient daran ja immer sehr gut. Es wäre also eher so, das man den derzeitigen Marktwert ermittelt und dem Besitzer ein gutes Angebot dafür macht.
    Dann darf der Staat gerne selber sarnieren und daraus Sozialwohnungen machen.

    Zudem sollte sich der Staat auch mal überlegen warum so ein Wohnungsmangel besteht. Könnt es einfach daran liegen das sich die Mittelschicht kaum noch ein eigenes Haus oder eine neue Wohnung leisten kann ?
    Warum soll ich zur miete Wohnen, wenn ich supergünstig auch was eigenes kaufen könnte? Nein im gegenteil die Gundsteuer und die Grundstückspreise werden eher noch erhöht.
    So wird dann aus 5% Grundsteuer, nächstes Jahr dann 10%. Klingt erstmal ja nicht so viel macht bei einer neuen Wohnung die 300000€ kostet mal eben 15000€ Mehrkosten alleine bei der Gundsteuer aus.
    Als nächstes möchte man noch, das die Mieter die nicht mehr für die Grundsteuer aufkommen sollen, dekelt aber gleichzeitig die Höhe der Miete.

    Ja wenn der Staat etwas für mehr Wohnraum machen wollte, warum stellt er dann nicht sehr günstige Grundstücke zur Verfügung, Verzichtet bei Privatpersonen für eine selbstgenutzte Wohnung beim Kauf auf die Grundsteuern und fördert oder übernimmt die energetischen Maßnahmen beim sarnieren oder neubau um Energie zu sparen ?
    Dann könnten sich die Leute wieder eigene Wohnungen bauen/kaufen.

  13. #12
    Jonny Knox Jonny Knox ist offline
    Avatar von Jonny Knox

    Berlin deckelt die Mieten

    Der Eigentümer könnte natürlich auch einfach verkaufen. Das würde vermutlich alle Probleme lösen. Will er ja aber anscheinend nicht und zählt stattdessen schon mehrere Strafen. "Eigentum verpflichtet" nun mal.

  14. #13
    AndiBcool AndiBcool ist offline
    Avatar von AndiBcool

    Berlin deckelt die Mieten

    Wie schon gesagt, wahrscheinlich kann er sich gar nicht mehr selber drum kümmern.
    Mag aber auch andere Gründe haben.

  15. #14
    Jonny Knox Jonny Knox ist offline
    Avatar von Jonny Knox

    Berlin deckelt die Mieten

    Wenn er sich nicht drum kümmern kann, ist es doch gut, wenn das dann jemand für ihn übernimmt und er halt nur noch die Rechnung zahlen muss.

  16. #15
    Blizzard_Black Blizzard_Black ist offline

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat AndiBcool Beitrag anzeigen
    Zuerst sollte man sich mal fragen, warum so eine riesiges Mietshaus leer steht.
    Wenn jemand so eine Immobilie besitzt, warum sollte man damit nicht Geldeinkünfte über Mieten haben wollen ? Warum sollte man so ein Objekt verotten lassen ?
    Das kann verschiedenste Gründe haben. Mögliche Gründe:
    1) Der Eigentümer hat nicht die Bonität, dass eine Bank ihm einen Kredit gewährt, damit er die Immobilie sanieren kann
    2) Bei dem Eigentümer handelt es sich um eine Erben/Eigentümergemeinschaft, die z.B. zerstritten ist, oder wo einer der beteiligten nicht die Bonität hat, eine Sanierung zu stemmen
    3) Der eher wahrscheinlichere Fall: Es handelt sich bei diesem Gebäude - ein entsprechendes Alter hat es ja - um ein denkmalgeschütztes Gebäude. Dann hast du, wenn du es sanieren möchtest, kein Mitspracherecht über die Sanierung. Je nachdem was alles unter Denkmalschutz steht, kann eine Sanierung, die ohne Denkmalschutz 100.000 Euro kostet, dann ohne Probleme auf über eine, zwei, drei Millionen gestemmt werden. Davon bezahlt zwar ein Teil der Denkmalschutz - aber halt nicht alles. Insofern ist es hier wieder der Punkt: Fehlende Bonität - oder fehlende Rendite dann bei Vermietungszwecken.

    Die Sache mit dem Verkauf, den @Jonny Knox angesprochen hat: Das ist halt nicht so einfach. Verkauf mal so eine Immobilie mit Denkmalschutz, das dürfte nicht so einfach sein - und wenn dann deutlich, deutlich unter dem bloßen Grundstückspreis. Da sagt sich jener Besitzer auch: Abreißen darf ich es nicht, sanieren nach meinen Vorstellungen oder nach dem derzeitigen energetischen Standard usw. - darf ich es auch nicht - dann muss es von selbst einstürzen, damit ich was neues bauen darf. Eigentum verpflichtet - aber als Eigentümer ist man nicht der Sklave für jedermann. Es ist noch immer sein Eigentum - ich geh schließlich auch nicht zu dir in die Wohnung und mach dort, auf was ich grad Bock hab .


    Zudem sollte sich der Staat auch mal überlegen warum so ein Wohnungsmangel besteht. Könnt es einfach daran liegen das sich die Mittelschicht kaum noch ein eigenes Haus oder eine neue Wohnung leisten kann ?
    Warum soll ich zur miete Wohnen, wenn ich supergünstig auch was eigenes kaufen könnte? Nein im gegenteil die Gundsteuer und die Grundstückspreise werden eher noch erhöht.
    So wird dann aus 5% Grundsteuer, nächstes Jahr dann 10%. Klingt erstmal ja nicht so viel macht bei einer neuen Wohnung die 300000€ kostet mal eben 15000€ Mehrkosten alleine bei der Gundsteuer aus.
    Als nächstes möchte man noch, das die Mieter die nicht mehr für die Grundsteuer aufkommen sollen, dekelt aber gleichzeitig die Höhe der Miete.
    Bitte nicht Grundsteuer und Grunderwerbssteuer verwechseln. Die Grunderwerbssteuer kam als Ausgleich für eine andere Steuer damals, die man abgeschafft hatte. Damals mit 3,5%. In Bayern ist sie z.B. noch so "niedrig", manch andere Bundesländer haben sie drastisch erhöht und damit ihr Versprechen gebrochen, es soll nicht teurer werden. Aber wie sagte Adenauer schon: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?
    Bei der nächsten Steuer, bei der es genau so wird, ist die Grundsteuer. Die muss man ja jetzt reformieren, und in wenigen Jahren wird sie nichtmehr anhand eines Einheitswerts bemessen, sondern mit jeder Inflationssteigerung darf der Immobilienbesitzer immer mehr abdrücken. Wie eben auch bei der Grunderwerbssteuer von damals.

    Ja wenn der Staat etwas für mehr Wohnraum machen wollte, warum stellt er dann nicht sehr günstige Grundstücke zur Verfügung, Verzichtet bei Privatpersonen für eine selbstgenutzte Wohnung beim Kauf auf die Grundsteuern und fördert oder übernimmt die energetischen Maßnahmen beim sarnieren oder neubau um Energie zu sparen ?
    Dann könnten sich die Leute wieder eigene Wohnungen bauen/kaufen.
    Naja, es ist weniger die Sache mit dem "leisten" in meinen Augen. Sorry, aber sich heute sein Eigentum zu kaufen war noch nie so günstig, wie heute. In den 90er Jahren waren Hypothekenzinsen von 10% üblich. Ich baue aktuell, ich zahle jetzt 0,75%. Und das bei gleicher Bonität.
    Die Sache ist eher: Es gibt ja kaum Grundstücke. Bei unseren Nachbarorten sind die verbleibenden Restgrundstücke mit Bebauungsplan in den Händen von sehr wenigen Personen, teilweise sogar in der Hand einer einzigen Person. Nur sagen alle jene Personen das Gleiche: Das Grundstück ist geerbt und in einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb und im Familienbesitz seit - keine Ahnung, 1911. Damals hat so ein Grundstück 5000 Reichsmark gekostet, das hat einen Gegenwert von heute einen Cent oder wie auch immer. Durch die Inflation und die Preisentwicklung ist das Grundstück aber heute 2 Millionen Euro wert. Warum soll ich das Grundstück verkaufen und dann eine Million Euro Einkommensteuer bezahlen? Wäre das in Privatbesitz, müsste nach der Spekulationsfrist von 10 Jahren gar keine Einkommenssteuer auf "Gewinne aus Immobilienspekulation", wie es sich so schön nennt, bezahlt werden. Also ist das Interesse von so jemanden stark eingeschränkt, auch nur einen Quadratmeter Grund zu verkaufen. Wenn, dann allerhöchstens Erbpacht zum Bebauen - ansonsten bleiben es Wiesen und Felder, zum Teil vermietet an Bauern. Wenn ich also diese Leute ermuntern wollen würde, dann müsste ich zusehen, dass der Verkauf jener Altgrundstücke steuerfrei von Statten geht.

    Zweitens: Die BRD ist ja auch selber schuld. Man hat sich mit Naturschutz usw. ja enorme Hürden geschaffen, überhaupt neue Baugebiete ausweisen zu können. Wenn du irgendwo Eingriffe in die Natur machst, musst du diese auch wieder kompensieren. Steht irgendwo ein Wald, den du für die Erschließung eines Grundstücks abholzen musst, musst du - einfach gesagt - an anderer Stelle eine Ausgleichsfläche erwerben, wo du diese Summe Wald wiederaufforstest. Jetzt kostet das natürlich ein schönes Sümmchen Geld und hat jenes Problem, das ich oben schon genannt habe: Niemand verkauft seinen Grund, weil er sagt: Ich zahl doch dann nicht 50% Steuern auf mein Vermögen, dass jemand anderes eine Fläche zur Wiederaufforstung bekommt und anderswo Bauplätze ausweisen und verkaufen kann.

    Drittens: Viele Grundstücke sind ja auch gar nicht im Eigentum einer Gemeinde, Stadt, whatever. Bei uns im Umkreis ist vieles z.B. Eigentum des Forstes. Der Forst tauscht aber grundsätzlich nur Grundstücke, er verkauft keine - und zwar nimmt der Forst auch nur Grundstücke an, die an Forstgrundstücke angrenzen. Das macht die Sache natürlich noch schwieriger. Daher sind vielen Gemeinden dann auch einfach die Hände gebunden, es gibt schlichtweg keine Möglichkeit, neue Baugebiete auszuweisen.

    Der Staat engt sich selbst ein, und sich selber will er natürlich nicht die Schuld geben - Vermieter und böse Immobilieneigentümer sind da natürlich gern der Sündenbock. Vor 10 Jahren waren es die Banken, vor 3 Jahren war es die Automobilindustrie und jetzt sind es halt Immobilieneigentümer. Gestern oder vorgestern hat's jemand schön gesagt: Staat vertraut, Leben versaut.

  17. #16
    SOLR

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat Blizzard_Black Beitrag anzeigen
    Naja, es ist weniger die Sache mit dem "leisten" in meinen Augen. Sorry, aber sich heute sein Eigentum zu kaufen war noch nie so günstig, wie heute. In den 90er Jahren waren Hypothekenzinsen von 10% üblich. Ich baue aktuell, ich zahle jetzt 0,75%. Und das bei gleicher Bonität. Die Sache ist eher: Es gibt ja kaum Grundstücke.
    Ich stimme dir beim Selbstbau zu. Früher waren Zinsen jenseits der 10% durchaus üblich. Bei der Aussage das Eigentum zu kaufen heute günstiger wäre als früher, da kann ich nicht zu stimmen. Die Preise für Bestandsimmoblien explodieren gerade und haben sich zumindest in meiner Region (NRW) nachweislich fast verdoppelt. Eine 4-Zimmer Wohnung mit 120 qm kostet hier inzwischen soviel wie früher (80) ein Einfamilienhaus (250.000-300.000€, damals ~ auch ungefähr der DM Preis). Einfamilienhäuser, teilweise sogar stark renovierungsbedürftig, kostet hier heute schnell mal 500.000€ und mehr. Da ist selber zu bauen oft deutlich günstiger. Das ist natürlich auch nur die Eindimensionale Betrachtung. Das die Gehälter in Deutschland die letzten Jahre stagniert sind, kommt noch mal hinzu. Es ist halt ein ganz anderer Schnack wenn du heute als Facharbeiter hier im NRW IGM nach 10 Jahren Berufserfahrung deine 5500€ verdienst und 500.000€ für ein Eigenheim berappen musst, oder ob dir früher 10.000 DM zur Verfügung standen und das gleiche Haus 250.000€ DM gekostet hat. Nein das ist keine Milchdmädchenrechnung. Meine Familie hat zwei Häuser gebaut und das ist exakt die Wertsteigerung und auch der Umtausch von DM nach Euro, den mein Vater damals miterlebt hat. Da wurden die Gehälter praktisch halbiert.

  18. #17
    Jonny Knox Jonny Knox ist offline
    Avatar von Jonny Knox

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat SOLR Beitrag anzeigen
    auch der Umtausch von DM nach Euro, den mein Vater damals miterlebt hat. Da wurden die Gehälter praktisch halbiert.
    Ja, bei einem Wechselkurs Euro zu DM von 1:1,95583 jetzt aber nicht wirklich verwunderlich...?
    Die Wert-/Preissteigerung von Immobilien hat ja mit der Währung nicht zu tun.

  19. #18
    SOLR

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Die Wert-/Preissteigerung von Immobilien hat ja mit der Währung nicht zu tun.
    Die Kaufkraft ist natürlich ein Faktor für die Frage, ob Immobilien heute teurer sind als früher.

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Ja, bei einem Wechselkurs Euro zu DM von 1:1,95583 jetzt aber nicht wirklich verwunderlich...?
    Bitte den ganzen Text lesen und nicht nur einen halben Satz aus dem Kontext reißen. Bringt sonst nichts.

  20. #19
    Jonny Knox Jonny Knox ist offline
    Avatar von Jonny Knox

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat SOLR Beitrag anzeigen
    Die Kaufkraft ist natürlich ein Faktor für die Frage, ob Immobilien heute teurer sind als früher.

    Bitte den ganzen Text lesen und nicht nur einen halben Satz aus dem Kontext reißen. Bringt sonst nichts.
    Immobilien waren auch in DM heute teurer als früher. Weil nicht die Währung, sondern Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.

    Du hast geschrieben dass das Gehalt quasi halbiert wurde und es hört sich - zumindest für mich - so an, als schwüngte da ein bisschen Empörung mit. Da der Umrechnungskurs aber eine Halbierung ja vorsah, gibt es da nichts zu empören. Wenn keine Empörung, dann sieh es als Service an die jüngeren Forummitglieder, die keine DM mehr kannten und sich darüber eventuell empören könnten, weil ihnen nicht klar ist, wie die damalige Umrechnung war.

  21. #20
    SOLR

    Berlin deckelt die Mieten

    Zitat Jonny Knox Beitrag anzeigen
    Immobilien waren auch in DM heute teurer als früher. Weil nicht die Währung, sondern Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.

    Du hast geschrieben dass das Gehalt quasi halbiert wurde und es hört sich - zumindest für mich - so an, als schwüngte da ein bisschen Empörung mit. Da der Umrechnungskurs aber eine Halbierung ja vorsah, gibt es da nichts zu empören. Wenn keine Empörung, dann sieh es als Service an die jüngeren Forummitglieder, die keine DM mehr kannten und sich darüber eventuell empören könnten, weil ihnen nicht klar ist, wie die damalige Umrechnung war.
    Du solltest dich vielleicht nicht direkt als "Euro Wächter" auf den Plan gerufen fühlen - so kommt mir dein Beitrag irgendwie gerade vor ... Und da fällt es mir dann auch schwer, sinnvoll drauf zu antworten. Also noch mal auf 0 zurück:

    Die Ursprungsfrage war, ob Immobilien heute teurer sind als früher. Gesagt habe ich, dass die Preise für Bestandsimmobilien heute zum einen deutlich höher sind (geschuldet dem Niedrigzins) und man darüber hinaus auch noch berücksichtichten muss, dass die Löhne seit über 10 Jahren in Deutschland stagnieren und die Kaufkraft daher auch nicht mehr die selbe ist wie früher. Das Beispiel Euro-Zeiten zu DM Zeiten habe ich nur gewählt, weil die "goldenen Jahre" in Deutschland was Immobilien und Kraufkraft anging, vor den 2000er Jahren waren - man dort die Unterschiede sehr stark sehen kann - und da hatten wir halt die DM. Ich sagte nicht, dass der Euro hier für alleine in Verantwortung steht, wobei der natürlich auch seinen Anteil daran hat, da die Währung ja die Gesamtwirtschaft in Europa beeinflusst. Aber das ist ein anderes Thema um das es mir nicht ging.

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