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Thema: Polit-Café

  1. #1
    Yieva Yieva ist offline
    Avatar von Yieva

    Polit-Café

    Liebe Community,

    nach Absprache mit dem Staff eröffne ich heute unser Polit-Café, das für politischen Smalltalk und spontane Diskussionen gedacht ist. Hier können wir über Fragen und Gedanken zu Geschehnissen oder Kommentaren sprechen, für die es keinen eindeutigen Thread gibt oder die uns gerade beschäftigen.
    Damit ein bisschen Struktur vorhanden ist, bitte ich darum, Themenvorschläge systematisch einzureichen, sodass wir diese nach und nach abarbeiten können. Ich werde selbst auch mit verschiedenen Ideen eine Diskussionsgrundlage schaffen.

    Bei diesem Thread handelt es sich um einen Testlauf, d.h. wenn wir uns alle gut benehmen und uns an einer konstruktiven Diskussion beteiligen, können wir vielleicht auf Dauer einen Ort für spannende und produktive Gespräche erschaffen. Ich freue mich auf eure Beteiligung.

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    Polit-Café

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  3. #2
    Yieva Yieva ist offline
    Avatar von Yieva

    Polit-Café

    Für das erste Thema möchte ich mich auf ein kürzlich geäußertes Zitat einer Lehrerin berufen:





    Hierbei geht es mir nicht um die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, sondern um die Behauptung, dass die Schule offenbar ihren Bildungsauftrag vernachlässigt, weil die Schüler nicht mehr ausreichend gefordert werden und kaum noch Disziplin erfahren. Mich würde mal sehr interessieren, wie ihr zu dieser Aussage steht, wenn ihr euch die Entwicklungen unseres Schulsystems in den letzten Jahren anseht. Ganz besonders interessant wären natürlich die Meinungen (angehender) Lehrer oder Leute aus dem Bildungswesen.
    Stimmt ihr Frau Freimuth zu?


  4. #3
    Bieberpelz Bieberpelz ist offline
    Avatar von Bieberpelz

    Polit-Café

    Wenn ich mir die heutige Schulbildung anschaue, dann ist das alles zu lasch.
    Die Lehrer können aufgrund von Grenzen ihren Job nicht mehr richtig nachgehen, weil jeder sofort mit "Anzeige" droht. Das scheint ja heute Mode zu sein und das eigene Kind ist nie schuld. Und solange Lehrer keine Autorität mehr habe (dürfen), wie soll die Kinder da Autorität lernen?

    Ich merke es ja schon die letzten Jahre an den Jahrgängen der potentiellen Azubis. Nicht nur das die nicht arbeiten können, die wollen es auch nicht.
    Es fehlt ihnen an jeder Stelle die Realität zum echten Leben.

    Das Thema ist aber zu komplex, als auf die ganzen Probleme einzugehen.
    Wenn ich mit Lehrern spreche... alle haben die Schnauze voll.

  5. #4
    Pánthéos Pánthéos ist offline
    Avatar von Pánthéos

    Polit-Café

    Ich stehe der Aussage gespalten gegenüber. Zum einen hat sie recht das das Spaßprinzip ggf. zu wenig Ehrgeiz weckt und zu wenig Zielstrebigkeit bedeute, allerdings hatten wir vorher eine ganz andere Richtung und zum Teil noch, der ich etwas kritisch gegenüber stehe. Im Schulwesen, so rückblickend auf meine Schulzeit, war das Ziel der Bildung eben ein entsprechender Job und das damit verbundene Geld. Das war das Ziel, die Motivation und auch die Drohung, man würde sonst keinen guten Job finden, arbeitslos werden etc.. Dabei, finde ich, sollte der Fokus viel mehr auf dem Drang nach Wissen und Bildung selber liegen. Es ist sehr oft so das viele für die Schule lernen, ihren Abschluss machen, in den Job gehen und ab da an nichts mehr mit Lernen, Bildung und Wissen am Hut haben, außer ggf. ihre Quizsendung einmal pro Woche. Man lebt um zu arbeiten. Dabei sollte man den Kindern das lernen, das Wissen aneignen und die Freude am dazu lernen viel mehr vermitteln, den Drang nach neuem Wissen fördern und auch Forschung damit vorantreiben. Momentan wirkt es auf mich eher so als wollen die meisten "das nötigste" machen um eben einen Job zu kriegen.

    Ansonsten, um konkreter zum Schulsystem zu werden, müsste ich mir einiges genauer anschauen was aktuell so passiert oder in den letzten Jahren passiert ist.

  6. #5
    Jonny Knox Jonny Knox ist offline
    Avatar von Jonny Knox

    Polit-Café

    Das Problem scheinen ja doch eher die Elternhäuser zu sein. Obwohl ich das auch nicht allein auf diese abschieben wollen würde.

    Was man regelmäßig hört, dass es viel mehr Klagen gegen Schulen und Lehrer gibt, hängt natürlich auch damit zusammen, dass niemand sein Kind auf eine Schule "unterhalb" des Gymnasiums schicken will. Die Gründe hierfür dürften mannigfaltig sein, aber bestimmt hauptsächlich am schlechten Ruf der Gesamt, Haupt und Realschulen liegen - ob dieser gerechtfertigt ist, oder nicht. Viel dürfte dabei die Diskussion um die "Rütli-Schule" vor einigen Jahren beigetragen haben, die die ganze Thematik ja eigentlich das erste Mal richtig groß durch die Presse getrieben hat.

    Außerdem wollen sich in Zeiten von Rechtsschutzversicherung und Co. auch bestimmt wenig Eltern eingestehen, dass ihr Kind halt eigentlich einfach nicht auf dem notwendigen Level ist, um aufs Gymnasium zu gehen. Dadurch klagen sie dann ihre Kinder auf die höchste Schule.
    Bestimmt wollen einige Eltern dadurch auch kompensieren, dass man sich selbst nicht genug mit ihren Kindern auseinandergesetzt und Probleme in der Grundschule nicht erkannt haben.

    Außerdem wird heute ja schon geklagt, wenn der Lehrer das Kind mal auf den Flur schickt oder das Kind nicht mit auf Klassenfahrt darf - schließlich wollen ja auch Eltern mal eine Woche Ruhe vorm Balg haben.

    Die Lehrer sind ja nur die armen Trottel, die die Fehler der Eltern ausbaden müssen. Fehlende Erziehung, kein Beibringen von Manieren, keine Rücksichtnahme etc. Eltern müssen mal wieder "ihren Job" machen, dann geht es auch in den Schulen wieder besser.


    PS: ich bin seit 13 Jahren raus aus der Schule und habe selbst keine Kinder, bekomme also das meiste nur aus Medien mit.

  7. #6
    vieraeugigerZyklop vieraeugigerZyklop ist offline
    Avatar von vieraeugigerZyklop

    Polit-Café

    Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen.
    Spaß bringt eine Menge mit sich. Vor allem Motivation. Hat man keinen Spaß, schleppt man sich durch. Schule ist bei mir zwar schon 14 Jahre her aber wer hat nicht des öfteren Stur aus Pflicht auswendig gelernt. Es geht aber ums verstehen und ich denken das kommt eher, wenn man Spaß hat.

    Andererseits muss die Disziplin dazu stimmen. Die Zügel dürfen nicht zu locker sein. Schweift die Klasse ab, kann man das kurz ziehen lassen und sollte dann zum wesentlichen zurück kommen. Das kurze laufen lassen kann, so denke ich, beim verarbeiten helfen und vor allem dem Hirn eine kurze Entspannungsphase geben.

    Fakt ist auch, dass ich selber merke bei uns auf Arbeit wie sehr manche Azubis schleifen. Ständig am Handy ( war ich in der Ausbildung auch aber da kam halt einfach kein Kunde und man hat sich Arbeit selbst gesucht. War keine da.... Tja....), Lmaa Stimmung etc pp.

    Am Ende kommt es auch auf den Schüler an, wie weit er ist, zu verstehen warum er das alles machen muss.

  8. #7
    Issomad Issomad ist offline
    Avatar von Issomad

    Polit-Café

    Ich kenne übrigens keine Schule, die nach dem Spaß-Prinzip funktioniert.
    Einige Schulen wenden modernere Lehrmethoden an, aber die wirken dann auch effizienter und vor allem breiter. Schließlich braucht man heutzutage nicht mehr wenige Spitzen-Schüler, während der Rest einfach mitschwimmt, sondern viele einigermaßen gut ausgebildete Menschen, die die Jobs der Zukunft ausüben können.
    Wenn diese Methoden Spaß machen, ist das ein Bonus, der positive Wirkung zeigt.

    Was moderne Lehrmethoden angeht, hinkt Deutschland insgesamt übrigens hinterher und verliert deshalb nach und nach den Anschluss in der Welt. Dort wo man mit der Zeit geht, werden viel mehr Fachkräfte 'produziert'.

    Zwar werden mit dem altmodischen Schulsystem immer noch Spitzenkräfte ausgebildet, aber wie geschrieben sind es zu wenige.

  9. #8
    Yieva Yieva ist offline
    Avatar von Yieva

    Polit-Café

    Vielen Dank für eure Meinungen, die mir auch eine Seite aufgezeigt haben, die mir unterschwellig zwar bewusst war, die ich aber nicht direkt beleuchtet hatte.
    Ich komme aus einer Familie mit vielen Studienräten und Lehrern und insgesamt ist mein Eindruck eher, dass Schule immer anstrengender und nerviger für die Schüler wird. Das fängt an beim Nachmittagsunterricht, den ich zu meiner Zeit beispielsweise nie hatte. Die Schulzeit war diesbezüglich super entspannt, weil man viel Freizeit hatte. Heute kommt es mir so vor, als ob der Nachmittag der Schüler vollgedröhnt ist mit Unterricht, Projekten, Zusatzkursen etc.. Mein bester Freund arbeitet selbst in der Nachmittagsbetreuung einer Gesamtschule und bei vielen Kindern hat man den Eindruck, dass deren Eltern sie möglichst viele Stunden vom Hals haben wollen und in sämtliche Kurse stecken.
    Hinzu kommt die Umstellung auf G8/G9, bei denen die Schüler dazu gezwungen werden, das Gymnasium in verkürzter Zeit durchzuknüppeln. Spaß stelle ich mir persönlich anders vor. Vor allem, wenn man so jung ist und noch nicht weiß, wohin die Reise gehen soll. Ich finde, das ist mit unheimlich viel Druck verbunden.
    Im Kontrast dazu steht der Eindruck, dass Schüler immer fauler, undisziplinierter und verwöhnter sind. Vielleicht auch ein Ventil für den ganzen Stress? Ich denke auch, dass an der Entwicklung vor allem die Eltern schuld sind, die ihre Kinder eben so erziehen. Helicopter-Eltern, die ihre Kinder selbst bei eindeutigen Vergehen verteidigen und die Lehrkräfte bedrohen. An der Schule, in der mein Vater arbeitet, ist es inzwischen sogar so weit, dass die Schüler keine originalen Klassenarbeiten mehr mit nach Hause nehmen dürfen, sondern nur noch Kopien. Der Grund dafür ist der Knaller: Eltern hatten die Klausuren ihrer Kinder im Nachhinein mit Tintenkiller beschönigt, damit das Kind eine bessere Note bekommt. Bei einer so destruktiven Erziehung ist es kein Wunder, wenn der Nachwuchs verkommt und im späteren Leben Probleme hat, sich zurechtzufinden.

  10. #9
    vieraeugigerZyklop vieraeugigerZyklop ist offline
    Avatar von vieraeugigerZyklop

    Polit-Café

    @Yieva

    Das mit den Kursen und so halte ich für sehr kontraproduktiv. Ein Kind oder jugendlicher soll am Ende noch genau das sein dürfen: Kind oder Jugendlicher. Der Ernst kommt früh genug. Hai
    Usaufgaben machen und dann mit Freunden treffen oder dem Hobby nachgehen. So werden wir das definitiv bei unserer Tochter handhaben. Die kommt nur in irgendwelche Kurse wenn sie selber Lust hat. Und wenn sie schlechte Leistung zeigt, dann ist in erster Linie erstmal sie oder wir schuld. Man kann den Lehrer ja beratend hinzu ziehen.

    Meine Oma hat mich z. B. einfach in einen Fussbalverein gesteckt als Kind. Dabei kann ich mit Fussball, ausser bei Events, bis heute nix anfangen. Ich saß meist aif dem Kiesplatz rum und hab Kiesburgen gebaut

    Da nahm sie mich dann nach ein paar Wochen dann auch raus. Sowas bringt dann nix.

  11. #10
    Yieva Yieva ist offline
    Avatar von Yieva

    Polit-Café

    Zitat vieraeugigerZyklop Beitrag anzeigen
    @Yieva

    Das mit den Kursen und so halte ich für sehr kontraproduktiv. Ein Kind oder jugendlicher soll am Ende noch genau das sein dürfen: Kind oder Jugendlicher. Der Ernst kommt früh genug. Hai
    Usaufgaben machen und dann mit Freunden treffen oder dem Hobby nachgehen. So werden wir das definitiv bei unserer Tochter handhaben. Die kommt nur in irgendwelche Kurse wenn sie selber Lust hat. Und wenn sie schlechte Leistung zeigt, dann ist in erster Linie erstmal sie oder wir schuld. Man kann den Lehrer ja beratend hinzu ziehen.
    Es gibt tatsächlich Kinder, die den ganzen Tag nur in irgendwelchen Kursen untergebracht sind, damit sie beschäftigt sind. Direkt nach der Schule Hausaufgabenhilfe, kurzes Mittagessen im Hort, danach Photoshop-Kurs, dann Karate-AG...usw. bis sie dann abends um 20 Uhr tot ins Bett fallen. Keine Zeit für sich selbst, kein Treffen mit Freunden, keine Zeit mit den Eltern. Diese Kinder sind dann meist richtig anhänglich, haben keine richtigen Freundschaften und langweilen sich schnell. Ich finde auch, dass Freizeit einen hohen Stellenwert haben sollte. Solange man jung ist, sollte man sich auch so fühlen dürfen, denn der Ernst des Lebens kommt früh genug.

  12. #11
    Junko Enoshima Junko Enoshima ist offline
    Avatar von Junko Enoshima

    Polit-Café

    An meiner Schule war das jetzt nicht so, dass wir solche Zustände gehabt hätten, obwohl es nur eine Realschule war und viele meiner Klassenkameraden tatsächlich ganz schön faul waren. Von einer anderen Schule in der Gegend allerdings hat man immer ganz andere Sachen gehört und ich war wirklich froh, dass ich nicht dort hingehen musste. Da war es auch so, dass eher die Lehrer von den Schülern fertiggemacht wurden als umgekehrt!

    Das mit dem Nachbessern per Tintenkiller durch die Eltern ist schon der Abschuss
    Wie du schon geschrieben hast, hilft das aber nicht wirklich, stattdessen lieber mal ein wenig Disziplin lernen, sonst steht man später nach der Schule mal ziemlich blöd da.

    Dass ich nun gar keinen Spaß gehabt hätte, kann ich erfreulicherweise nicht behaupten, aber es hielt sich alles die Waage, Leistungsdruck war schon da, jedoch nichts, woran ich zusammengebrochen wäre
    Wenn ich gleich mehrmals in der Woche Nachmitagsunterricht gehabt hätte, hätte das allerdings ganz anders aussehen können, habe aber auch schon mitbekommen, dass es wirklich viele Eltern gibt, die froh sind, wenn sie ihre Kinder die meiste Zeit über irgendwohin abschieben können, zum Glück hatten meine nie so eine Einstellung.

  13. #12
    Yieva Yieva ist offline
    Avatar von Yieva

    Polit-Café

    @Junko Enoshima - seit wann bist du denn aus der Schule raus und in welchem Bundesland bist du zur Schule gegangen?

  14. #13
    rote flamme rote flamme ist offline

    Polit-Café

    Ein Lehrer der für 20+x Schüler verantwrotlich ist und die Schüler ein paar mal in der Woche sieht, soll den Kindern mehr Verantwortung und Selbtdisziplin beibringen als Eltern? Eltern sind stärkere Bezugspersonen und verbringen mehr Zeit mit den Kindern, also sind diese mehr verantwortlich, dass Kinder Selbstdisziplin lernen. Natürlich haben hier sowhl Lehrer, als auch die Eltern Verantwortung. Mal abgesehen davon, dass eben noch weitere Faktoren wie soziales Umfeld, Medien und Gesellschaft gibt.

    Wieso sollte ich als Schüler mich dafür interessieren wie die Arbeitswelt aussieht? Ich habe ein dreiwöchiges (unbezahltes) Praktikum während der Schulzeit. Wenn Kinder vor dem letzten und entscheidnen Schuljahr, für einen längeren Zeitraum (sagen wir mal 3 Monate). Ein bezahltes Praktikum machen würden, mit allen drum und dran (Krankschreiben, keine Ferien, Bezahlung...usw) würde das wahrscheinlich eine ganze Menge ändern.

    Dann eben der veraltete Lehrplan. Es gibt viele wichtige Themen die in der Schule (imo) gar nicht behandelt werden. Umgang mit Sexualität, Umgang mit Medien/Internet, Finanzen(und noch viele andere Dinge)? Wie machen die Lehrer die Themen für die Schüler interessant? (Es gibt gute Lehrer die langweilige Themen, interessant erklären können.).

    Nur ein paar spontane Gedanken und Fragen die mir zu dem Thema kommen.

  15. #14
    svenSZonia svenSZonia ist offline
    Avatar von svenSZonia

    Polit-Café

    @rote flamme
    Vor allem Lehrer kennen den Satz" hast mir nichts zu sagen,bist nicht mein Vater".
    Erziehung ist Sache der Eltern/Familie. Hatten meine Eltern keine Zeit wg Arbeit, zeigten mir meine Großeltern was richtig ist. Ein noch so guter Lehrer kann es nicht schaffen...Er sieht ja nicht nur 20Kinder...Er unterrichtet meist in mehreren Klassen und hat im Endeffekt im Monat mehr Kinder gesehen als eine Erzieherin.

    Solidarität mit Lehrern und Polizisten. Buuh-Rufe und Tomaten auf POlitiker, die nur schwafeln und abkassieren.Punkt.

  16. #15
    vieraeugigerZyklop vieraeugigerZyklop ist offline
    Avatar von vieraeugigerZyklop

    Polit-Café

    Ich hab die Respektlosigkeit gegenüber Lehrern ja in meiner Klasse gesehen. Sprüche, Würstchen an die Tafel werfen...also gerade da hab ich Augen gemacht. Die Lehrer taten mir oft leid. Wobei ich in der 6. Klasse selber so meine Phase hatte wo ich oft aus dem Unterricht geflogen bin

    Naja, was aus diesen Personen geworden ist sah man ein paar Jahre später.

  17. #16
    rote flamme rote flamme ist offline

    Polit-Café

    Ich selbst habe vor kurzen mal einen Schachkurs an einer Grundschule geleitet für 3 Wochen. Habe es getan um mir selbst ein paar Kompetenzen anzueignen. Ich interessiere mich jetzt nicht sonderlich für das Schulwesen, bin auch kein Lehrer. Allerdings hat die Erfahrung meine Wahrnhemung geprägt.
    Ich denke mal, dass Kindern unterricht geben einfach anders ist, als es sich die Meisten vorstellen.

    Aber ja im optimalen Falle sollte Schule Spass machen oder die Lehrer Wissensinhalte so vermitteln, dass Interesse geweckt wird. (Was viel leichter gesagt, als getan ist). Spass/Motivation/Notwendigkeit ist wichtig, damit man eine Tätigkeit wiederholt tut, daraus dann eine Gewohnheit wird und man eben dann eine Tätigkeit/Kempetenz gelernt hat und sich aneignet.

    Aber genug Prokrastination. Ich muss selbst noch üben für eine Klausur.

  18. #17
    Junko Enoshima Junko Enoshima ist offline
    Avatar von Junko Enoshima

    Polit-Café

    Zitat Yieva Beitrag anzeigen
    @Junko Enoshima - seit wann bist du denn aus der Schule raus und in welchem Bundesland bist du zur Schule gegangen?
    Bayern Abschlussjahrgang 2011 und du selbst?^^

    Ich schätze mal, du fragst wegen Unterschieden in den Bundesländern? Das kann ich nicht beurteilen, schätze aber schon, dass es z.B. in Berlin ganz anders aussehen könnte.

  19. #18
    TheRealHook TheRealHook ist offline
    Avatar von TheRealHook

    Polit-Café

    Ich empfand die Schule in vielen Feldern als völlig überholte Institution.

    Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, deswegen erstmal zum "Lernen in der Klasse": Ich habe nie eine so starke Ungleichbehandlung wie in der Schule gespürt. Spätestens fünf Tage nach den Ferien standen die Lieblinge der Lehrer fest, die nur wiederholt haben, was zuvor bereits andere gesagt hatten und dafür noch von den Lehrern beklatscht wurden. Wer introvertiert ist (ich nicht) oder sich nicht alles gefallen hat lassen (ich schon) hat sowieso überwiegend schlechte mündliche Noten kassiert. Die Schleimer aus der ersten Reihe haben pauschal ne Note besser bekommen usw.

    Oder auch der Deutschunterricht. Eine Erörterung hat so und so auszusehen und wenn du dich nicht an dieses Framework hältst kriegst du bestenfalls eine 3. Komplett bescheuert, so läuft die Welt nur in der Schule ab.

    Generell das ganze Konzept war mir nach der fünften Klasse zuwider. Alles wird hundertmal wiederholt, damit es auch der letzte Otto rafft und die größten Nachplapperer waren die größten Helden. Ich bin dafür, Tests zu standardisieren, soweit es geht, damit man sich hinter diesem Gelaber nicht verstecken kann. Wo es geht sollte Multiple-Choice genutzt werden oder eben wie in Mathe- und Physik Rechnungen die eindeutig sind. Dieses Wischiwaschigelaber und rührselige, viel zu dick aufgetragene Geschichten schreiben um sich irgendwie ne 1 zu erschleimen, mit einem Text wo jeder normale Mensch Brechreiz verspürt ist meines Erachtens kompletter Quark.

    Ähnlich siehts bei Sport, Musik, Kunst aus. Da spielen nicht zu beeinflussende Faktoren einfach eine viel zu große Rolle. Wer kurze Beine hat springt nicht wie ein 2m-Mann, wer von den Eltern zum Trompetenunterricht geschickt wird ist eben musikalischer und wer seit dem Kindergarten gerne kritzelt wird auch entsprechend da besser performen. Das sind alles Skills, die für vielleicht 5% der Bevölkerung im Berufsleben eine Relevanz haben aber 20% des Unterrichts und der Note einnehmen.

    Was mich auch genervt hat: Der letzte Trottel muss mitgeschleppt werden und kann mit 3 Referaten am Ende des Schuljahrs noch sein Bestehen sichern. Anstatt "Eliten" zu fördern ist da ein Einheitsbrei an Semi-Könnern entstanden. Wer Leistung so versozialisiert, muss sich nicht wundern, dass die "Visionäre" von heute nicht aus Deutschland kommen. Gleichzeitig glaube ich auch, dass das das "Nichtleistenwollen" der Studenten und Azubis extrem gefördert hat. Wer mehr als 40h arbeitet ist ja schon ein böser Mensch und es muss unbedingt ein bedingungsloses Grundeinkommen geben. Nichtstun wird hier also staatlich zum Teil anerzogen.

    Bin trotzdem gern zur Schule gegangen und war auch ohne großen Aufwand immer ganz gut. Ersteres lag aber zu 100% an den Freunden, die man dort getroffen hat. Auch wenn das nicht 100% zur Aussage oben passt, wollt ich das mal loswerden Stimme dem Zitat aber zu.

  20. #19
    Ole2

    Polit-Café

    Zitat vieraeugigerZyklop Beitrag anzeigen
    Ich hab die Respektlosigkeit gegenüber Lehrern ja in meiner Klasse gesehen. Sprüche, Würstchen an die Tafel werfen...also gerade da hab ich Augen gemacht. Die Lehrer taten mir oft leid. Wobei ich in der 6. Klasse selber so meine Phase hatte wo ich oft aus dem Unterricht geflogen bin

    Naja, was aus diesen Personen geworden ist sah man ein paar Jahre später.
    Nennt man es burnout?

    In so mancherlei Beziehung bin ich froh, in der früheren DDR in die Schule gegangen zu sein. Dort mußte zumindest niemand mit Lehrern/Lehrerinnen Mitleid haben.

    Aus der Klasse bin ich -so ich mich erinnere - auch mal geflogen. Der Grund war mangelnde Selbstdisziplin. So was kann heute kaum noch ein Mensch schreiben, noch scheint er zu wissen, was das ist.

  21. #20
    Ten Ten ist offline
    Avatar von Ten

    Polit-Café

    Ich teile zum Schulsystem Herrn Prechts Kritik und begrüße alle seine Lösungsvorschläge zu diesem Thema.


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